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Leserbrief

«Win-Win 50/90» = Win-Lose oder gar Lose-Lose

Sascha Wenaweser,Matteltiwaldstrasse 26, Triesenberg | 5. April 2014

«Win-Win» aus Sicht eines Mitarbeiters bei einem an der PVS angeschlossenen Betrieb: Ich verstehe völlig, dass gehandelt werden muss, indem die PVS angepasst wird, wie es unter anderem in der Regierungsvorlage der Wechsel vom Leistungs- ins Beitragsprimat vorsieht. In der Not verstehe ich sogar, dass das Personal der Betriebe, die der PVS angeschlossen sind, einen Solidaritätsbeitrag leisten muss. Zu diesem darf aber durchaus auch erwähnt werden, dass dieses Personal genauso wenig für das «Loch» in den Kassen kann, wie Angestellte einer anderen Firma, die keinen Solidaritätsbeitrag leisten müssen. Es ist nun mal so, dass private Firmen Einnahmen durch beispielsweise den Verkauf von Produkten generieren und der Staat durch Steuereinnahmen.
«Win-Win» ist für mich keinesfalls fair und sozial. Es ist eine «Win-Lose» oder gar «Lose-Lose»-Lösung. Angestellte von angeschlossenen Betrieben der PVS werden auch mit dem Regierungsvorschlag zur Sanierung der PVS bereits bis zu gut 3 Prozent mehr Lohnabzüge für die PVS haben wie bis anhin – und das bei jetzt schon hohen PV-Abzügen. Schon mit diesem Vorschlag müssen alle Angestellten ab 25 einen Solidaritätsbeitrag für 10 Jahre lang der PVS «schenken», um das Loch zu stopfen, obwohl diese nichts dafür können und für künftige Pensionisten die Renten bereits wesentlich kürzer und gemäss angesparten Beiträgen ausfallen werden (Beitragsprimat). Durch WinLose steigen in diesem Fall die monatlichen Abzüge sogar auf bis zu 4,4 Prozent mehr als bisher. «Win-Lose» ist für mich und gewiss alle Mitarbeiter von PVS angeschlossenen Betrieben klar eine unfaire Lösung.
Und falls die Pensionskasse durch «Win-Lose» sogar in wenigen Jahren erneut in Schieflage gerät – wie es die Regierung sieht – wird sie sich sogar als «Lose-Lose»-Lösung entpuppen und der Staat muss erneut einspringen.
Die Leserbriefe von Nikolaus Frick erwecken mit Ausdrücken wie «der Steuerzahler überweist», «der Steuerzahler wird zur Kasse gebeten» ferner den Eindruck, dass durch den Regierungsvorschlag allen Bürgern/Familien eine zusätzliche Rechnung ins Haus flattert. Es ist aber so: Auch mit dem Regierungsvorschlag bezahlt jeder Bürger normal seine Steuern weiter – nicht mehr, nicht weniger. Steuerzahler sind zudem nicht nur einzelne Bürger und Familien – wie der Eindruck erweckt wird – sondern auch Geschäfte und grosse Firmen.
Personal von angeschlossenen Betrieben der PVS kann nichts für das Loch in der PVS. Sie sind dennoch bereit, einen Solidaritätsbeitrag zu leisten, der dem Gehalt abgezogen wird, nehmen steigende Abzüge und künftig wesentlich kürzere Pensionen gemäss Beitragsprimat an und sollten nicht durch «Win-Win» noch weiter «bestraft» werden. Ich bitte daher alle Stimmberechtigten, sich in die Lage der Angestellten solcher Betriebe zu versetzen und beide WinWin-Initiativen bei einer Abstimmung abzulehnen.

Sascha Wenaweser,
Matteltiwaldstrasse 26, Triesenberg

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