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Leserbrief

Leistungsdruck in den Schulen hat zugenommen

Adolf Ritter,Töbeleweg 9, MaurenWeitere Leserbriefe: Seiten 6/8 | 5. April 2014

Dr. Kindli weist in seinem Leserbrief vom 2. April auf eine bislang unausgesprochene, aber offenkundige Entwicklung in unseren Schulen hin, die längst thematisiert gehört: Der Leistungsdruck hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen und ein Ausmass erreicht, das unsere Kinder und Jugendlichen stresst und krank macht. Viele Schülerinnen und Schüler begegnen diesem Druck, in- dem sie immer mehr nach Perfektion streben. Ein Teufelskreis! Das Erschöpfungssyndrom wird heute bereits bei Jugendlichen diagnostiziert.
Vor allem Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe haben, wenn sie von der Schule nach Hause kommen, bereits einen 9-Stunden-Tag hinter sich. Sie stehen um 6.20 Uhr auf, gehen um 6.50 Uhr aus dem Haus und kehren um 16.00 Uhr zurück. An Freizeit ist dann kaum zu denken; es geht weiter mit Hausaufgaben und Lernen auf die nächsten Prüfungen. Die Wochenenden sind keine Wochenenden und die Ferien keine Ferien mehr. Die Schule ist allgegenwärtig. Der Prüfungs- und Aufgabenkalender diktiert.
Auch wenn der zunehmende Leistungsdruck in unseren Schulen ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, so sind es wir Lehrerinnen und Lehrer und die Schulbehörden, die in erster Linie auf die Ursachen dieser Fehlentwicklung hinweisen und sich vordringlich zum Wohl unserer Schülerinnen und Schüler für längst notwendige Korrekturen einsetzen müssen. Vor allem aber müssen wir uns selbstkritisch über alle Schularten hinweg ernsthaft damit auseinandersetzen, ob wir wegschauen und den äusseren Druck (abgehobene und überfrachtete Lehrpläne, Standardtests und unnötige Selektionsverfahren) als notwendiges Übel sehen und einfach weitergeben, oder ob wir aktiv und couragiert etwas dagegensetzen. Wir müssen uns die Frage stellen, welchen Lernstoff und welche Tests es wirklich braucht und wo wir entrümpeln müssen. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, ob wir nur fixfertigen Lernstoff vortragen, büffeln lassen und abfragen, oder, was deutlich entlasten würde und weitaus erfolgreicher wäre, Lernen und Wissen wieder vermehrt durch direktes Erleben und beteiligtes Erfahren gestalten.

Adolf Ritter,
Töbeleweg 9, Mauren
Weitere Leserbriefe: Seiten 6/8

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