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Leserbrief

LDF hat sich als untauglich erwiesen

Martin Wachter,Herrengasse 2, Vaduz | 3. April 2014

Gemäss der «Börsenzeitung» läuft derzeit eine Charmeoffensive des Bankenverbandes, um eine bilaterale Lösung für unversteuerte Gelder vermögender deutscher Kunden in Liechtenstein zu finden. Als mögliche Diskussionsgrundlage gelte das mit Grossbritannien abgeschlossene LDF-Abkommen. Neueste Zahlen belegen allerdings, dass ein LDF als solches aus den folgenden Gründen ungeeignet ist: Die Mehrheit englischer Kunden beendet demnach ihre Verbindung mit Liechtenstein, sobald die Offenlegung durch die britische Steuerbehörde HMRC akzeptiert worden ist. Bis August 2013 wurden genau 4561 LDF registriert, für Grossbritannien resultierte darauf ein Steuerertrag von 630 Millionen Pfund, erwartet wurde eine weit höhere Zahl, bis zu drei Milliarden. Die durchschnittlich zur Sprache kommenden Summen nahmen seit Einführung des LDF dabei kontinuierlich ab, von anfänglich 190 000 auf 170 000 Pfund pro Fall, wobei die meisten LDF lediglich 100 000 Pfund pro Fall betragen! Um das hoch gesteckte Ziel von mehreren Milliarden zu erreichen, müssten in Grossbritannien bis zum Ablauf des Abkommens 2016 somit 10 000 weitere Fälle angemeldet werden, was unrealistisch ist. Lediglich 4 Prozent der LDF haben einen Betrag über 1 Million Pfund zur Grundlage. In anderen Worten: das LDF ist nicht von Bedeutung und erfüllt die Erwartungen nicht, auf keiner Seite. Die erhofften Geldströme aus dem Vereinigten Königreich sind ausgeblieben, sie dürften bei anderen Finanzplätzen untergekommen sein. Als Lösungsvorschlag in den Verhandlungen mit Deutschland ist das britische Modell deshalb untauglich! Ein Gegenbeweis müsste zuvor erbracht werden.

Martin Wachter,
Herrengasse 2, Vaduz

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