Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Kirchenkrise mit Jesus bekämpfen

Franz Näscher, Pfr. i. R.,Kirchagässle 14, Bendern | 22. März 2014

Die Kirche steckt in Europa seit Jahren in einer Krise, die sich im Rückgang der Gottesdienstteilnahme und anderswo in den Kirchenaustritten zeigt. In Deutschland sind zwischen 1990 und 2008 über 2,5 Millionen Personen aus der katholischen und mehr als 3,8 Millionen aus der evangelischen Kirche ausgetreten. In Österreich waren es nahezu 730 000 Personen, die von 1994 bis 2010 der katholischen Kirche den Rücken gekehrt haben.
Die Kirchenkrise zeigt sich auch in unserem Land vor allem im Kirchgang. Wilfried Marxer vom Liechtenstein-Institut schrieb 2008 aufgrund von Nachwahlumfragen zu Religion und Religiosität in Liechtenstein: «Es gehören im Mittelwert aller Umfragen knapp 20 Prozent zu den intensiven Kirchenbesuchern, weitere 16 Prozent zu den regelmäs-sigen Kirchenbesuchern (einmal pro Monat), etwa 26 Prozent gehen selten, aber doch mehrmals im Jahr in die Kirche, während rund 30 Prozent nur bei speziellen Anlässen, weitere 7 Prozent nie in die Kirche gehen. .(...) Man kann davon ausgehen, dass sich der Gottesdienstbesuch von einer Generation zur nächsten, somit innerhalb von rund 25 Jahren, mindestens halbiert hat.» Die Religionsumfrage 2008 ergab, dass 23 Prozent der Katholiken auch schon an Kirchenaustritt gedacht haben. Bei der Stärke der Bindung an die Kirche gaben 20 Prozent eine enge, 37 Prozent eine mittlere und 43 Prozent ein schwache Bindung an.
Doch Krisen sind dazu da, auf sie einzugehen und zu versuchen, sie zu bewältigen und nicht um sie einfach als gegeben zur Kenntnis zu nehmen oder die gegenwärtige Zeit zu verurteilen. Bei entsprechenden Umfragen fällt auf, dass Jesus kaum mehr genannt und damit auch seine Botschaft nicht wahrgenommen wird. Darum wollen wir ein ansprechendes und liebenswürdiges Bild von Jesus vermitteln – in einer Sprache, die der heutige Mensch versteht – und damit eine gute, persönliche Beziehung zu ihm zu fördern. Jesus nennt diese Beziehung Freundschaft (Jo 15,14f). So gesehen versteht Jesus unsere kirchliche Gemeinschaft in den Pfarreien als seinen Freundeskreis. Wenn ich junge Mitmenschen sehe, denke ich oft, wie gerne Jesus ihr Freund wäre, der ihrem Leben und dem Zusammenleben der Menschen einen bleibenden Sinn geben möchte. Jesus im Geiste begegnen zu wollen und seinem Freundeskreis anzugehören, ist der Weg, die Krise zu bewältigen. Denn er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben (Jo 14,6).


Franz Näscher, Pfr. i. R.,
Kirchagässle 14, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung