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Leserbrief

Kosten S-Bahn FL-A-CH

Othmar Züger, Triesen | 17. März 2014

In der Beantwortung einer kleinen Anfrage zur geplanten S-Bahn FL-A-CH durch Regierungsrätin Amann-Marxer wurde der Investitionsanteil von Liechtenstein mit 49 Mio. Franken und der jährliche Betriebskostenanteil von 1,5–2 Mio Franken angegeben. Wie sind diese Kosten einzuordnen und was sind die Leistung dafür? In den Planungsgrundlagen für die S-Bahn wird angenommen, dass wochentags 1100–1400 Personen diese täglich benutzen werden. Mit Einbezug der verkehrsärmeren Wochenenden würde man auf jährliche Benutzerzahlen von rund 340 000 Personen kommen. Nimmt man an, dass jeder Fahrgast im Schnitt 2/3 der Gesamtstrecke von Buchs nach Feldkirch von 18,5 km in beide Richtungen nutzt, ergeben sich so rund 8 Mio. Personen-Kilometer (P-km) pro Jahr (1 P-km=1 Person x 1 km). Da der Streckenabschnitt in Liechtenstein nur 9 km der gesamten 18,5 km beträgt, ergeben sich anteilig 4 Mio P-km in Liechtenstein. Mit dem Betriebskostenanteil von 1,5–2 Mio Franken und einer Abschreibung des 49 Mio. Franken Investitionsanteils über 40 Jahre (Mischrechnung Rollmaterial und Infrastruktur, ohne Verzinsung) muss mit realen jährlichen Kosten von mindestens 2,8–3,3 Mio Franken gerechnet werden. Umgelegt auf die 4 Mio. P-km pro Jahr erhält man so Kosten 0.7–0.8 Franken pro P-km für die S-Bahn FL-A-CH. Macht man dieselbe Rechnung für die Lie-Mobil Busse, ergibt sich für die 30 Mio. P-km und 19,8 Mio. Franken Kosten im 2012 ein mittlerer Wert von 0.65 Franken pro P-km, also merklich weniger wie die 0.7–0.8 Franken pro P-km für die neue S-Bahn. In Realität wird der Unterschied noch einiges grösser sein, denn im gesamten Liemobil Netz sind auch Strecken mit wesentlich geringerer Nutzung wie die Strecke Buchs–Feldkirch miteingerechnet. Vor dem Hintergrund der heutigen Nutzungszahlen von 250–300 Personen der ÖBB Verbindung Buchs-Feldkirch und dem bestehenden, parallelen ½-Stundentakts der Liemobil-Busse auf der Achse Buchs–Feldkirch, die mit Eschen und Mauren zudem ein noch weit grösseres Einzugsgebiets Nachfrage gerechter bedienen, erscheint die Annahme von 1100–1400 Nutzern der S-Bahn FL-A-CH pro Tag, also eine beinahe Verfünffachung, als sehr optimistisch.


Othmar Züger,
Triesen

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