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Leserbrief

Kosteneindämmung hat oberste Priorität

LiechtensteinischerKrankenkassenverband | 13. März 2014

Der Liechtensteinische Krankenkassenverband (LKV) ist besorgt über die sich abzeichnende Prämienentwicklung. Neben der alarmierenden Ausdehnung der Gesundheitskosten muss auch noch die erneute Kürzung des Staatsbeitrags um 10 Millionen Franken verkraftet werden, was alleine eine Prämienerhöhung von monatlich 30 Franken nach sich ziehen wird. Zusammen mit den Mehrkosten für die abgerechneten medizinischen Leistungen wird sich die prognostizierte Erhöhung auf Ende Jahr ohne kurzfristig wirksame Gegenmassnahmen bei 50 Franken pro Monat bewegen.
Deshalb sind zeitnah umsetzbare Massnahmen notwendig, die vom LKV seit Herbst 2013 vehement gefordert werden. Aufgrund der Kostenentwicklung ist dringlicher Handlungsbedarf gegeben, den die Regierung erkannt und im Rahmen ihrer Verordnungskompetenz mit der Senkung des Taxpunktwerts für ärztliche Praxislabors auch umgesetzt hat. Die Preise sollen sich in Richtung Schweizer Niveau bewegen. Wesentlich höhere Tarife in Liechtenstein lassen sich sachlich nicht begründen. Es braucht aber darüber hinaus weitere kostensenkende Massnahmen, um die Kostenentwicklung wirksam einzudämmen.
Der Ende 2013 eingetretene Kostenschub um 13,2 Prozent hängt sowohl mit Auswirkungen des Tarifs als auch mit Mengenausweitungen zusammen. Auch das durch die Tarifumstellung geänderte Abrechnungsverhalten hatte sicherlich einen Einfluss. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass von 2012 auf 2013 bei den ambulanten ärztlichen Leistungen eine Kostensteigerung von insgesamt rund 6 Millionen Franken zu verzeichnen war. Die Datenpool-Zahlen des Krankenkassenverbands wurden eingehend analysiert. Grundsätzlich kann man dazu festhalten, dass die Kostensteigerungen einen grossen Teil der Ärzte und nicht nur Einzelne betrifft. Konkret betrug die eingetretene Kostenerhöhung innerhalb eines Jahres bei 33 Ärzten mehr als 50 000 Franken.
Aufgrund der gemachten Erfahrungen bei der Tarifrevision ist es nachvollziehbar, dass die Regierung bei stockenden Verhandlungen zwischen den Tarifpartnern die Kompetenz beansprucht, selbst tätig zu werden, damit es nicht zu ungebührlichen Verzögerungen kommt. Wenn trotz intensiver Verhandlungen keine Einigung gefunden werden kann, soll die Regierung den Tarif festsetzen können. Das schafft Rechtssicherheit und verhindert einen tariflosen Zustand. Von den Tarifpartnern getroffene Vereinbarungen sollten aber nach Auffassung des Krankenkassenverbands von der Regierung akzeptiert werden.
Die Kontrollpflichten der einzelnen Kassen und des Krankenkassenverbands werden nach den gesetzlichen Möglichkeiten gewissenhaft wahrgenommen. Ein angeblich vorsätzliches Unterlassen der Kontrollen, wie dies vom Vorstand der Ärztekammer ausgeführt wurde, weist der LKV entschieden zurück. Es gäbe dafür auch keine vernünftigen Gründe. Aufgrund der vorliegenden Auswertungen für die einzelnen Leistungserbringer fordert der LKV dort, wo es notwendig ist, zu hoch abgerechnete Positionen zurück. Dabei hat der LKV wie bei allen anderen kostensenkenden Massnahmen die Eindämmung der stark steigenden Gesundheitskosten und die Finanzierbarkeit des liechtensteinischen Gesundheitswesens vor Augen. Darin sehen die in Liechtenstein tätigen Krankenkassen ihren Auftrag, den sie für die Versicherten und Prämienzahler zu erfüllen haben.

Liechtensteinischer
Krankenkassenverband

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