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Leserbrief

Instrumentalisierung des LANV seitens der FBP ...

Giuseppe Pagnottella,Industriestrasse 1, Triesen | 11. März 2014

... und öffentlicher Verwaltung. Wahrscheinlichkeitsvermutung: Dass es hoffentlich nicht zum medialen Glaubenskrieg kommt, wenn der Personalverband öffentlicher Verwaltungen Liechtensteins (PVL; Jahresbeitrag: 40 Franken) den Arbeitnehmerverband (LANV; 100 bis bis 195 Franken Jahresbeitrag) kritisiert, was absolut nur den Kündigungsschutz betrifft, da der LANV um den Staatsbeitrag fast betteln muss. Vermutlich ist die öffentliche Verwaltung mit ihren Neben-, Unterorganisationen und Unternehmungen (z. B. LKW) gemeint.
Das sozial engagierte Sprachrohr des LANV, Sigi Langenbahn, soll sich primär um die Interessen der Mitglieder (Aktive bezahlen den Mitgliederbeitrag, Passive 110 Franken pro Stunde) kümmern. Sicherlich kann er sich dazu äussern, das darf jeder Bürger. Nicht nur der Kündigungsschutz, sondern das Arbeitsverhältnis des Staatspersonals im Ganzen wird momentan hinterfragt und überdacht seitens Regierung, Landtag und Gesellschaft.
Zusätzlich zum Kündigungsschutz steht die hausgemachte, unfinanzierbare, defizitäre Pensionsversicherung des Staatspersonals (warum die Finanzmarktaufsicht nicht eingeschritten ist, ist für mich heute noch ein Rätsel) zur Debatte. Wenn Herr Sigi Langenbahn sich punktuell auf ein solches politisches Abenteuer einlässt, soll er dabei die Mitgliederstrategie und seinen Aufgabenbereich (universell, wenn möglich nicht im Detail) formulieren. Er sollte sich nicht als Werkzeug für die FBP und den PVL instrumentalisieren lassen – gerade bei einer solch heiklen Motion, wo der LANV eine Arbeitnehmervertretung repräsentiert.
Der LANV hat ein knappes Budget, dazu ein grosses Arbeitsvolumen mit wenig Mitarbeitern, die täglich Frontarbeit leisten und mit ihren Ressourcen primär sicherlich die Interessen der Mitglieder (monetär, GAV, medial und politisch) wahren. Sekundär stehen zuoberst auf der Prioritätenliste die Mitglieder, die den Gesamtarbeitsverträgen unterstehen.
LANV-Präsident Sigi Langenbahn hat sich gegen die Interessen des PVL gestellt. Der LANV ist dafür jedoch das falsche Instrument bzw. die falsche Organisation. Hoffentlich bekommt das Herr Langenbahn nicht in den falschen Hals.
Dass der LANV sich zu gesellschaftspolitischen Diskussionen äussert und wenn nötig für die Interessen der Mitglieder und im Allgemeinen für die der Arbeitnehmer Position ergreift, ist in Ordnung. Der PVL stellt eine Gewerkschaft und die FBP eine Partei dar. Der LANV machte die vergangenen zwei Jahrzehnte – speziell unter der Führung von Sigi Langenbahn – grosse Fortschritte von einer starren Planarbeiterkammer zur modernen Arbeitergewerkschaft.
Mir persönlich wäre es lieber, wenn sich die LANV-Mitarbeiter die Inspiration Richtung Unia holen und sich dahingehend weiterentwickeln. Als Seiltänzer zwischen dem PVL und der FBP fallen Sie, Herr Langenbahn, zwangsläufig zu Boden. Die Kunst wird sein, ob es Ihnen mit Ihrer sozialen Geschicklichkeit gelingt, die mediale Projektionsfläche auszubalancieren. Die Auffangmatte hat auch einen Namen: «nichtöffentliche Arbeitsplätze».

Giuseppe Pagnottella,
Industriestrasse 1, Triesen

PVS-Reform

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