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Leserbrief

Vermeintliche «Täterin» fühlt sich ausgenutzt

Frauenhaus Liechtenstein | 22. Februar 2014

Leserbrief zum Artikel «Was verletzt, ist die Erniedrigung» im «Vaterland» vom 18. Februar 2014:
Der Bericht über Raoul schildert die Sichtweise eines jungen Mannes, der gemäss seinen Worten Opfer von häuslicher Gewalt durch seine Ehefrau wurde. Trotz sorgfältiger Anonymisierung und aufgrund diverser Wortmeldungen ist es in einem kleinen Land wie Liechtenstein für alle Beteiligten sowie deren Familien und Bekannte zu leicht erkennbar, von wem hier die Rede ist. Umso schockierender und verletzender war es für die betroffene Ehefrau, nennen wir sie fiktiverweise mal Diana, in der Öffentlichkeit als Täterin diffamiert zu werden.
Diana ist seit Monaten in ambulanter Beratung des Frauenhauses Liechtenstein. In mehreren Gesprächen erwies sie sich als glaubwürdige Person, weshalb es den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses ein Anliegen ist, dass auch Dianas Sicht der Dinge gehört wird. Insbesondere, da auch das Fürstliche Landgericht zwischenzeitlich zum Schluss gekommen ist, dass Diana Raoul weder geschlagen noch körperlich attackiert habe. Im Gegenteil.
Der Rechtsanwalt von Diana, Dr. Dominik Schatzmann, äussert dazu: «Gegenständlich liegen zahlreiche Indizien vor, dass es Raoul nur um einen Aufenthaltstitel für Liechtenstein ging beziehungsweise geht. Meine Mandantin leidet sehr unter dem Gefühl, ausgenutzt worden zu sein. Das Gericht und die behandelnde Ärztin haben diesem Leiden bereits einen Krankheitswert attestiert.»
Auch den Beschuldigungen Raouls, seine Ehefrau habe ihn psychisch misshandelt, stehen mehrere schriftliche Stellungnahmen und Aussagen von Ärzten und Ärztinnen und Zeugen und Zeuginnen gegenüber, wonach es Verdachtsmomente gibt, dass nicht sie, sondern er psychische Gewalt ausgeübt habe. Daher steht die Vermutung im Raum, Raoul habe seine Behauptungen, häusliche Gewalt durch die Ehefrau erlebt zu haben, nur eingesetzt, um eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung für Liechtenstein zu erlangen. Auch Raouls vehemente Weigerung, einer Scheidung von der Frau, welche ihn angeblich so schlecht behandelte, zuzustimmen, erhärtet diesen Verdacht.
Da bei häuslicher Gewalt jedoch oftmals Aussage gegen Aussage steht, obliegt es nun den Gerichten, sorgfältige Abklärungen mit Hilfe von weiteren Zeuginnen und Gutachten zu treffen.

Frauenhaus Liechtenstein

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