Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Die leidende römisch-katholische Kirche

Helmut Ospelt,Im Oberfeld 4, Vaduz | 19. Februar 2014

Seit Papst Franziskus angekündigt hat, pastorale Reformen anzugehen, sind Modernisten, Möchtegern- theologen und dergleichen in Hochstimmung. Sie alle wähnen sich schon als wahre Katholiken in päpstlicher Gesellschaft und erwarten, dass die von ihnen geforderten Reformen im Rahmen der geplanten Bischofssynode vom 5. bis 19. Oktober 2014 in Rom beschlossen werden. Auch in unserem Erzbistum machen solche selbst ernannten «Experten» seit geraumer Zeit Stimmung und fordern, endlich die «Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils» umzusetzen und nicht «den Geist und die Wirkung dieses wichtigen Wendepunktes in der Geschichte der Kirche zum Stillstand zu bringen».
Die heutigen Auswüchse in der katholischen Kirche entstammen zum grössten Teil nicht dem Zweiten Vatikanischen Konzil, sondern der nachher eingesetzten Kommission für die Liturgie-Reform. Mit an der Spitze und treibende Kraft dieser unseligen Machenschaften war der Liturgiewissenschaftler und spätere Erzbischof Annibale Bugnini. Dieser genoss lange Zeit das Vertrauen von Papst Paul VI. Als jedoch bei Bugnini Zeichen der Freimaurerei gefunden wurden und Papst Paul VI. erkannte, dass dem Missbrauch nun Tür und Tor geöffnet worden waren, setzte er Bugnini und dessen Kumpane von ihren Funktionen ab. Bugnini wurde Apostolischer Pro-Nuntius in Teheran. Als Folge eines Selbstmordversuchs starb er am 3. Juli 1982 in Rom. Bugnini gilt als Architekt der Kirchenzerstörung (siehe auch CD von S. E. Bischof Athanasius Schneider).
Und nun soll also weiter reformiert werden: «Der Prozess des Wandels muss von unten her erfolgen, also von der Basis ausgehen und so das Verhalten derer, die Macht ausüben, verändern und zum Sauerteig werden, der die gesamte Kirche verändern kann», wird suggeriert. Wenn man aus Kreisen dieser Basis Aussagen hört, nach denen der Altar als Mahltisch, die hl. Hostie als Brot, der Rosenkranz als Dummheit, das Weihwasser als Seich und insbesondere Teile der Zehn Gebote und der Kirchengebote als überflüssig angesehen werden (Abtreibung, Euthanasie, Homo-Ehe, Generalabsolution, Zölibat, Frauenpriestertum etc.) weiss man Bescheid. Mit dieser Einstellung würde der Sauerteig zu einer undefinierbaren Pampe, wo sich alles darin tummeln kann, weit weg von der Kirche Christi. Schon H. H. Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., hatte 1970 als damaliger Professor für Dogmatik an der Universität Regensburg über die Zukunft der Kirche geschrieben: «Sagen wir es positiv, die Zukunft der Kirche wird auch dieses Mal, wie immer, von den Heiligen neu geprägt werden; von Menschen also, die mehr wahrnehmen als die Phrasen, die gerade modern sind.» Dies gilt heute umso mehr.

Helmut Ospelt,
Im Oberfeld 4, Vaduz

LIEmobil

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung