Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

«FL–A–CH nicht zeitgemäss»

Hans Frommelt,Gapont 4, Triesen | 13. Februar 2014

Die Zeitung «Liechtensteiner Vaterland» interviewte kürzlich Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer bezüglich der vergangenen Volksabstimmung in der Schweiz zum Ausbau der Eisenbahnen, FABI genannt. Frau Amann-Marxer äusserte sich positiv zur FABI und meinte, dass die Zustimmung der Mehrheit von Schweizern zum Ausbau der Eisenbahnen auch Auswirkungen auf Liechtenstein hat. In diesem Zusammenhang meint Frau Amann-Marxer, dass sie beeindruckt war von der Art und Weise der Auseinandersetzung bezüglich der Volksabstimmung über die FABI. Frau Amman-Marxer wünscht, dass mit Blick zum projektierten ÖBB-Doppelspurausbau FL–A–CH zwischen Feldkirch und Buchs ein vergleichbarer Diskurs über ein Für und Wider auch bei uns geführt wird. Dem kann nur beigepflichtet werden.
Gemäss dem Interview steht Frau Amann-Marxer hinter dem Doppelspurausbau mit sechs niveaugleichen Bahnübergängen mit Barrieren, dies mitten in Schaan und drei in Nendeln.
Solches ist im Jahr 2014, wenn eine internationale Eisenbahnlinie mit zunehmendem Güterverkehr weiterhin noch mitten durch eine Gemeinde mit den erwähnten sechs Barrieren führt, total unzeitgemäss und muss an dieser Stelle besonders betont werden.
Ein weiterer Punkt, welcher der Doppelspurausbau FL–A–CH nicht erfüllen kann, ist eine Steigerung der Erreichbarkeit des Rheintals, wie in der Überschrift zum Interview suggeriert wird. In einer Studie, welcher der Bündner Regierungsrat in Auftrag gegeben hatte, wird aufgezeigt, dass die Metropolitanräume Graubünden, Sargans-Werdenberg, auch Liechtenstein, sehr schlecht an die Metropolitanräume München, Augsburg, überhaupt zu allen Metropolitanräumen östlich von Liechtenstein angebunden sind.
Hauptkritikpunkte sind die Bahnhöfe Buchs, Feldkirch und Lindau, wo Eisenbahnzüge mit grossen Zeitverlusten ihre Fahrtrichtung ändern müssten, wenn man direkte Zugsverbindungen zwischen München und Chur anpeilen will. Zudem ist solches äusserst unwirtschaftlich.
Da steht der Doppelspurausbau FL–A–CH zwischen Feldkirch und Buchs mit seinen neun Barrieren und den beiden Wendebahnhöfen total quer in der Landschaft.
In dieser Beziehung passt der projektierte Doppelspurausbau FL–A–CH zwischen Feldkirch und Buchs nicht zur FABI, welche eine wesentlich bessere Erreichbarkeit von den Metropolitanräumen Zürich, St. Gallen, Rheintal und Graubünden Richtung München-Augsburg anpeilt.
Das von solchen Verbesserungen auch Liechtenstein und Vorarlberg profitieren könnten, sei nochmals erwähnt. Grundbedingung ist allerdings, dass die Wendebahnhöfe Feldkirch und Buchs in Durchgangsbahnhöfe umgestaltet werden. Mit anderen Worten: Eine Nordeinfahrt in Buchs und Abänderung der Nordeinfahrt von Feldkirch in eine Südeinfahrt.
Für Schaan hätte es den Vorteil, dass die leidige Eiseinbahnlinie, die heute immer noch mitten durch die Wohn-, Zentrums- und die Industriezone führt, verlegt werden müsste. Das teilweise vorhandene Verkehrschaos, der Eisenbahnlärm und die Gefahren durch mögliche Eisenbahnunfälle wären für die nächsten 100 Jahre beseitigt.

Hans Frommelt,
Gapont 4, Triesen

In eigener Sache

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung