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Leserbrief

«Die schöne Ordnung»

Sr. Alma Pia, ASC, Kloster St. Elisabeth, Schaan | 8. Februar 2014

So heisst die Zeitschrift unserer italienischen Schwestern. Unsere Gründerin Maria De Mattias, deren Fest wir am 4.2. feiern, hat uns 1838, als es noch keine tödlichen Umweltprobleme gab, ins Herz geschrieben: «An der schönen Ordnung der Dinge zu bauen, die Jesus in seinem Blut zu begründen gekommen ist». Die schöne Ordnung ist die Schöpfung, die Gott «gut» und unfassbar weise entwicklungsfähig geplant hat. So verlangt unsere «Mitarbeit an Christi Erlösungswerk» von uns, jede Form von Versklavung zu überwinden: Gewalt, Egoismus, Ausbeutung, Elend ... Damals war in Italien das wirksamste Mittel dafür die Schulbildung und christliche Erziehung der Mädchen und Frauen, um ihnen die vielfach verweigerte Menschenwürde bewusst zu machen. Heute gehört die Rettung der Erde aus dem tödlichen Griff der Vergiftung und Ausbeutung dazu. Ohne die gesunde Schöpfung kann ja der Mensch nicht in Würde und Freiheit leben.
Daran sollen wir nicht nur im Schöpfungsmonat denken, sondern jeden Tag bei allem, was wir tun. Wir «Reichen» dürfen nicht länger vergessen, dass unsere Brüder und Schwestern verhungern, weil wir Millionen Tonnen Lebensmittel wegwerfen ... Wir können tropische Früchte billiger kaufen als unsere Äpfel, weil die Menschen dort um Hungerlohn arbeiten müssen ... Die «schöne Ordnung» und der Friede können nicht werden, solange das Wirtschaftswachstum im reichen Norden den Ton angibt. Noch mehr, noch billiger produzieren oder von der Südhalbkugel holen, beschleunigt nur die weltweite Verarmung. Die ersehnte und durch Aufrüstung vorgetäuschte Sicherheit trügt. Wer armen Völkern Waffen liefert statt Brot, wer Flüchtlinge abweist, statt von deren Regierungen Gerechtigkeit und Volksbildung zu fordern, beschleunigt das Sterben unseres Planeten. Wollen wir das?

Sr. Alma Pia, ASC, Kloster St. Elisabeth, Schaan

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