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Leserbrief

Die kostbare Einheit

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 1. Februar 2014

Die Weltgebetswoche um die Einheit der Christen ist vorbei. Nicht das Anliegen! Jesus betete vor seinem Leiden: Vater, lass sie eins sein, damit die Welt glaubt ... Seine sehr verschiedenen Jünger reichten sich im Apostelkonzil die Hand als Zeichen der Gemeinschaft. Ohne ihre Verschiedenheit im Glauben aufzugeben, feierten sie gemeinsam das Herrenmahl (vgl. Galater 2) und sorgten gemeinsam für die Armen. Sie wussten, dass Gott alle seine Kinder liebt, die Er so verschieden erschaffen hat.
Treue zur ererbten Überzeugung im Glauben ist in dem Mass wichtig, als sie uns Christus-mässig leben hilft; ganz wichtig ist die Achtung vor der Überzeugung der Anderen. Trauen wir es doch Gott zu, dass Er die Wahrheit besser weiss als wir! Er liebt Einheit in versöhnter Vielfalt.
Ich glaube nicht, dass alle Glaubensüberzeugungen gleichwertig sind; jeder Glaubende kann und soll von den «Andern» lernen, glaubwürdiger zu leben. Der gelebte Glauben macht das «Bessere» sichtbar und wirkt ansteckend, der Buchstabe «tötet». Gleichschaltung wäre Verflachung, voneinander Lernen ist Bereicherung. Das Leben muss den «richtigen» Inhalt des Glaubens zeigen, verkündete E. Kant mit seiner Fabel von den Drei Ringen.
Am buntesten zeichnet Paulus die Einheit der Kirche im Bild vom Leib Christi (1 Kor 12). Erst die dienende Verschiedenheit der Glieder ermöglicht unsere Lebens- und Handlungsfähigkeit! So denke ich, dass auch erst die gelebte Einheit der verschiedenen christlichen Bekenntnisse das von Jesus erbetete Ziel erreichen kann: «Damit die Welt glaubt»! Wetteifern wir im Beten um diese bunte Einheit! Lernen wir unseren ererbten Glauben kennen und leben wir ihn ansteckend!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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