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Leserbrief

Merke: Die Spitallandschaft verändert sich

Jürg Dommer,Volksgartenstrasse 32, Buchs | 1. Februar 2014

Die schweizerische Spitallandschaft verändert sich. Grössere Einheiten entstehen, kleinere, spezialisierte Kliniken kommen hinzu. Nur im Kanton St. Gallen soll anderes gelten. Da sollen die Strukturen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert mit dezentraler Versorgung auch für die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts taugen. Aus besserer Erkenntnis? Nein, Besitzstandswahrung und Kampf für den vermeintlichen Vorteil der Nahversorgung sind die Gründe, die gebetsmühlenhaft vorgetragen werden. Zu spät soll es für andere Lösungen sein und keine alternativen Standorte geben, so lauten die Schlagworte, damit niemand nur schon wage gedenkt, andere Vorschläge überhaupt in die Öffentlichkeit zu tragen. Fehlende alternative Standorte? Mitnichten! Sie sind ohne Weiteres zu finden. Wer will, zum Beispiel in Buchs an bester Verkehrslage auf dem Areal der SBB nördlich des Bahnhofs oder auch andernorts.
Die entscheidende Frage bei der Gesundheitsversorgung ist jene nach der Qualität der künftig angebotenen, sich weiter spezialisierenden Medizin. Und da ist klar: Die besseren medizinischen Leistungen sind dort zu erwarten, wo Eingriffe häufig durchgeführt werden. Das gilt auch für die stationäre Grundversorgung. Wer in der Region Rheintal, Werdenberg, Liechtenstein und Sarganserland an vier Standorten ein Spital betreiben will, wo normalerweise ein Spital genügen würde, verschwendet nicht nur viel Geld, sondern beeinträchtigt langfristig vor allem die Qualität der medizinischen Leistung. Fallzahlen fehlen, gute Ärzte arbeiten lieber anderswo. Ein gemeinsames, grösseres Spital demgegenüber hätte Chancen.
Wer wählen kann und eine Behandlung braucht, wählt nicht das Spital vor der Tür, sondern jene Klinik, die sich über die grössere Erfahrung, die besseren Spezialisten und den besseren Erfolg ausweist, denn bei der eigenen Gesundheit wollen wir keine Kompromisse machen. Und so werden es auch all jene halten, die heute vorgeben, mit dem eigenen Spital in Grabs, in Vaduz, in Altstätten und in Walenstadt sei allen am besten gedient. Verlierer bei dieser Betrachtungsweise sind die Steuerzahler und jene Patientinnen und Patienten, die sich die Wahl des Spitals nicht leisten können. Gemeinsam etwas Neues, Gutes schaffen, über die Grenze hinaus, das ist das Gebot der Stunde. Und es ist eine Notwendigkeit. Dafür ist es nicht zu spät, kann es nicht zu spät sein. Es geht um ein Generationenprojekt, also darum, die Qualität der akutmedizinischen Versorgung in der ganzen Region auf lange Frist zu sichern. Wir müssen Mittel und Kräfte bündeln – zum Nutzen aller. Die Pflege von Einzelinteressen schadet – allen.

Jürg Dommer,
Volksgartenstrasse 32, Buchs

Glaube

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