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Leserbrief

So verharmlosen wir die echten Sachverhalte

Adolf Ritter,Töbeleweg 9, Mauren | 29. Januar 2014

Die Tatsachen, denen wir, wie Herr Beck fordert, in puncto Letzetunnel «ins Auge sehen sollten», scheinen mehr das Resultat dilettantischer Verkehrsbetrachtung als das Ergebnis seriöser Problembeschäftigung zu sein. Wenn Herr Beck behauptet, «dass mehr Strassen nicht mehr Verkehr generieren», dann irrt er. Es ist längst erwiesen, dass ein Ausbau der Strasseninfrastruktur nicht nur Verlagerungen, sondern auch Neuverkehr schafft. Das Ganze funktioniert – einfach ausgedrückt – nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage: Neue Angebote schaffen neue Bedürfnisse und neues Verhalten. Mit dieser Tatsache rechnet heute selbst jeder lokale Verkehrsplaner. Und steht eine geplante Strasse, wie der Letzetunnel, gar im Spannungsfeld zweier hochrangiger überregionaler Autobahnen, dann gilt Stufe Rot.
Was reitet Herrn Beck, wenn er verspricht, dass uns eine «lebenswerte Zukunft» erwartet, wenn wir als gute Nachbarn selbstlos und freiwillig die drohende Verkehrslawine übernehmen? Warum gerade wir und hier, wo das Verbindungsstück zwischen den Rheintalautobahnen am längsten ist und durch dicht besiedeltes Gebiet führt? Weiss Herr Beck nicht, dass Politiker und Bürgerinitiativen von Bregenz bis Feldkirch sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten vehement und erfolgreich gegen einen Lückenschluss auf ihrem Gebiet gewehrt haben? Aus gutem Grund: Sie wissen, was auf sie zurollt!
Ganz versteigt sich Herr Beck, wenn er einen Tunnel durch den Eschnerberg fordert. Allein die Finanzierung wäre für Liechtenstein nicht zu stemmen. Wenn schon ein kurzes Stück Industriezubringer 15 Millionen verschlingt, dann kann sich jeder an fünf Fingern abzählen, was ein solches Bauwerk und sein Unterhalt mit all den Anschlüssen und notwendigen Sicherheitseinrichtungen kosten würden.
Besonders deutlich wird Becks Verharmlosung und gedankliche Fehlleistung durch die Tatsache, dass die Feldkircher Tunnelbauer die Abgase nicht, wie andernorts üblich, durch die Portale ableiten können, weil sonst die gesetzlich festgesetzten Schadstoffobergrenzen im Raum Feldkirch deutlich überschritten würden. Stattdessen soll ein Abluftschacht mitten im Tunnel die Gase nach oben saugen und über dem Berg in luftiger Höhe über die ganze Region verteilen. Allein die Vorstellung, dass im Falle eines Eschnerberg-Tunnels eine ähnliche Abgasvorrichtung mitten in Schellenberg aus dem Boden ragen könnte, ist Grund genug für Widerspruch.

Adolf Ritter,
Töbeleweg 9, Mauren

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