Leserbrief

Schwachsinnige Diskriminierung

Udo Meesters,Hofistrasse 42, Triesenberg | 22. Januar 2014

«Homosexuelle dürfen gemäss einer europäischen Richtlinie kein Blut spenden, da sie als Risikogruppe eingestuft werden. Ist diese Haltung noch zeitgemäss?», lautet die Überschrift einer Umfrage. Momentaner Stand: 55,9 % Ja und 44,51 % Nein. Also alle, die mit Ja gestimmt haben, gehen davon aus, das gespendetes Blut von nicht Homosexuellen risikofrei ist. Oder wie soll man dieses Ja verstehen? Sie gehen wohl auch davon aus, das dieses gespendete Blut nicht auf HIV etc. getestet wird, da die übrigen Menschen, also Nicht-Homosexuelle, ja nicht zu der erhöhten Risikogruppe zählen. In was für einer schwachsinnigen Gesellschaft leben wir hier eigentlich, das man so eine Haltung gegenüber Homosexuellen für zeitgemäss hält? Jeder kann diesen Virus haben, nur bei Homosexuellen hat man dieses vor vielen Jahren entdeckt. Darum hängt das noch in den Köpfen solcher Jastimmer drin. Ich vermisse hier mal klare Zahlen über HIV-Infizierte, welche aufklären. Das derartige europäische Richtlinien Homosexuelle noch so einstufen, ist eine für mich menschenverachtende Diskriminierung sondergleichen. Fakt ist doch, dass gespendetes Blut geprüft werden muss – und da spielt es keine Rolle, von wem das Blut gespendet wurde. Werden hier Lesben auch ausgegrenzt? Wie wäre es mit Fakten der FA6 aus LI, falls es die noch gibt. Ich bin HIV-Mitbetroffener – werde ich jetzt auch in einer erhöhten Risikogruppe vermerkt und darf kein Blut spenden Vielleicht sollte man sich mal schlau machen über AIDS-Kranke und HIV-Infizierte, also über beides an sich, ohne direkt gleich über eine veraltete Richtlinie sich zu rechtfertigen, eine derartige Diskriminierung mit einem Ja zu publizieren. «Blut spenden» heisst Leben retten, aber auch nur dann, wenn das Blut «Risikofrei» ist – und da spielt es keine Rolle, von wem das Blut gespendet wurde. Somit kann ich den Unmut eines Dario Kleeb und Lukas Oehri nachvollziehen. Ich hoffe, dass mir viele ebenfalls folgen können.

Udo Meesters,
Hofistrasse 42, Triesenberg

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