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Leserbrief

Schwules Blut

Dario Kleeb, Lukas Oehri,Dröschistrasse 7, Triesen | 21. Januar 2014

Getreu dem Motto «Spende Blut – Rette Leben» wollte ich auch diese Woche im Rahmen der Blutspendeaktion des Österreichischen Roten Kreuzes in Triesen Blut spenden, wie ich es im vergangenen Jahr bereits tat. Beim obligatorischen Fragebogen kreuzte ich an, dass ich homosexuell bin. Anstatt mir danach Blut abzunehmen, schickte man mich mit dem Hinweis, dass Schwule kein Blut spenden dürften, wieder nach Hause. Was ich in diesem Moment dachte? War es Wut? Unverständnis? Es fühlte sich an wie ein Faustschlag direkt ins Gesicht.
Die Begründung: Schwule hätten ein grösseres HIV-Risiko als Heterosexuelle. Als ob nicht jedes Spenderblut auf HIV untersucht würde. Als ob es nicht auch bei Heterosexuellen so wäre, dass eine frische Infizierung mit HIV nicht nachgewiesen werden könnte. Oder versteckt sich hinter dieser unsäglichen und vollkommen irrationalen Diskriminierung das Bild des ständig partnerwechselnden, dauererregten Schwulen, welcher natürlich ohne Kondom Sex hat? Ich lebe seit über eineinhalb Jahren in einer festen Partnerschaft. Mein Partner und ich wissen aufgrund eines HIV-Tests, dass wir beide negativ sind. Trotzdem wird es uns verwehrt, unser Blut zu spenden und damit eventuell ein Leben zu retten. Diese Ungleichbehandlung muss aus der Welt geschafft und eine tolerante, zeitgemässe Lösung gefunden werden. Ein gewisses Risiko ist immer vorhanden und wird immer vorhanden sein – egal ob hetero oder homo. Will man jegliches Risiko ausschliessen, müsste man Blutspenden konstistenterweise abschaffen.

Dario Kleeb, Lukas Oehri,
Dröschistrasse 7, Triesen

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