Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

«Dies ist kein Journalismus mehr»

Hans Frommelt, Gapont 4, Triesen | 20. Januar 2014

Nikolaus Frick ist wirklich sehr hartnäckig und nutzt die Medien total aus, um seine Schlagwörter im Zusammenhang mit seinem Sanierungsvorschlag bezüglich der staatlichen Pensionsversicherung unter die Leser zu bringen. So spricht er prinzipiell immer von einem «300- Millionen-Loch in der Pensionkasse», auch in seinen Publikationen. Dazu ist zu bemerken, dass es kein 300- Millionen-Loch ist, sondern eine Unterdeckung auf einen buchhalterischen Zielwert, welcher bei der damaligen Gestaltung vom Pensionsversicherungsgesetz festgelegt wurde. Es geht da darum, dass man eine Kennzahl für das Sicherheitspolster der Pensionsversicherung hat und die verschiedenen öffentlich-rechtlichen und privaten Pensionsversicherungen miteinander vergleichen kann. Zum Zweiten: Es ist keine Pensionskasse, wie Nikolaus Frick schreibt, sondern eine Versicherung. Wohl jeder Versicherungsnehmer würde sich aufregen, wenn so urplötzlich, weil eine Versicherung momentan nicht im Gleichgewicht ist, die Versicherungsleistungen von heute auf morgen gekürzt würden. Dass man im politischen Leben vielfach mit Schlagwörtern arbeitet und diese suggestiv nutzt, gehört zum Alltag in der heutigen politischen Auseinandersetzung. Wenn aber eine Journalistin in einem redaktionellen Teil eines Zeitungsartikels wiederholt in der Sprache eines Protagonisten schreibt, so ist dies kein Journalismus mehr, sondern eine eindeutige Unterstützung für einen Protagonist, der etwas Politisches mit einer fragwürdigen Sprachform erreichen will. So übernimmt die Journalistin Janine Köpfli vom «Vaterland» in ihrem Bei-trag vom vergangenen Freitag mit dem Titel: «Hartnäckigkeit wird belohnt» wiederholt die demagogisch wirkenden Falschbegriffe von Nikolaus Frick, wie die beiden Wörter: 300- Millionen-Loch und Pensionskasse. Eine Journalistin sollte in jedem Fall sogenannte «Stammtischausdrücke» insofern neutralisieren, dass diese im Sinne eines Sachverhaltes korrekt und nicht demagogisch wirkend bei den Lesern ankommen.

Hans Frommelt,
Gapont 4, Triesen

Landesspital

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung