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Leserbrief

Sehr geehrter Herr Mechnig

Marco Ospelt,Toniäulestrasse 3, Vaduz | 17. Januar 2014

Ihr Leserbrief vom 15. Januar reizt mich zu einer Antwort. Denn Sie unterstellen darin anderen Personen Dinge in einer Art und Weise, die meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist. Was Herr Pepi Schädler in seinen Leserbriefen als Steuergerechtigkeit fordert, und worin ihn Herr Manhart unterstützt und auch ich mit ihm einer Meinung bin, ist allein dies: Der Staat solle zur Erfüllung seiner Aufgaben die Bürger nach ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit heranziehen. Er solle Einkommen und Vermögen jeweils in gleicher Weise mit Steuern belasten; unabhängig davon, ob die Einkommen aus Arbeit, aus Aktiengewinnen oder zum Beispiel aus Mieteinnahmen stammen; unabhängig davon, ob die Vermögen in Immobilien oder sonst wie angelegt seien.
Nirgends in seinen Leserbriefen verlangt Herr Schädler, irgendjemand solle die Rechnungen von jemand anderem bezahlen. Nirgends lässt er sich darüber aus, welche Aufgaben der Staat übernehmen solle und welche nicht. Nie hat er sich meines Wissens darüber geäussert, ob der Staat mit seinen Einnahmen Bedürftige unterstützen solle oder nicht. Ob Herr Schädler Sozialdemokrat ist, geht aus seinen Leserbriefen nicht hervor. Sie hingegen, Herr Mechnig, zeigen in Ihrem Brief klar, dass Sie kein Liberaler sind: Denn Sie gestehen dem Staat zu, durch seine Steuerpolitik die Investitionsentscheidung seiner Bürger zu beeinflussen. Mit Ihrem Einverständnis drängt der Staat seine Bürger und auch Sie selbst dazu zu glauben, es sei klüger, in ein Mietobjekt zu investieren, statt sein Geld anderswie anzulegen. Was daraus wird, kann jeder in unserem Land sehr schön beobachten: Jeder freie Flecken Boden wird mit einer immer gleichen Schuhschachtel überbaut. Unabhängig davon, ob jemand diese Bausub-stanz überhaupt braucht oder nicht, und unabhängig davon, ob uns das unbebaute Land einmal schmerzlich fehlt. Die Steuerpolitik des Landes ist nicht nur unfair, sondern am Ende vielleicht sogar: dumm!

Marco Ospelt,
Toniäulestrasse 3, Vaduz

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