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Leserbrief

Zu hohe SAR- Werte und Elektrosensibilität

VGM, Verein für gesundheits-verträglichen Mobilfunk | 16. Januar 2014

Die Europäische Umweltagentur gruppierte die Mobiltelefonie im Januar 2013 als Risikotechnologie ein. Neben der Europäischen Umweltagentur fordern aufgrund der Stu-dienlage viele weitere Gremien Vorsorgepolitik. Das Europaparlament, der Europarat, die BioInitiative Working Group und die Österreichische Ärztekammer weisen seit Jahren auf die Problematik hin.
Das Bewusstsein für die negativen Auswirkungen der elektromagnetischen Felder auf den menschlichen Körper ist jedoch unausgereift. In der Mobilfunkkontroverse ist bereits bei der Einführung der digitalen Telefonie vor rund 15 Jahren ein Kampf zwischen industriellen Vermarktungsinteressen und den Erkenntnissen unabhängiger Wissenschaftler entfacht. Der VGM hat seit dem Jahr 2000 in regelmässigen Abständen über die Gesundheitsproblematik berichtet. Die Industrie hat die Deutungshoheit über die Forschungslage, die Wissenschaft ist weiterhin deren Interessen untergeordnet. Wer zahlt, bestimmt! Nur NGOs haben Interesse an der Wahrheit, weil sie eben nicht Teil des Profitsystems sind.
Beim gegenwärtigen Zulassungsverfahren für Handys wird das Plastikmodell eines Kopfes verwendet, welches als «SAM», übersetzt «spezifische menschenähnliche Puppe», bezeichnet wird. Sie widerspiegelt die 10 Prozent der grössten Rekruten des US-Militärs von 1989, weshalb die spezifische Absorptionsrate (SAR) für typische Handynutzer, insbesondere Kinder, stark unterbewertet ist. Der SAR-Wert bei einem 10-Jährigen ist bis zu 153 Prozent höher als der SAR-Wert beim SAM-Modell.
Die Anzahl der elektrosensiblen Personen steigt. Bei Elektrosensibilität reagiert der Körper auf die hochfrequente elektromagnetische Strahlung, die von Sendemasten, WLAN-Routern und Mobiltelefonen ausgeht. Die Beschwerden, die Patienten darauf zurückführen, sind unterschiedlich. Sie reichen von Erschöpfungszuständen und Bluthochdruck bis hin zu Krebs. Welche Beschwerden ausgelöst werden, und wie stark sie sind, ist von individuellen körperlichen Voraussetzungen abhängig. Im Jahr 2009 forderte das Europaparlament die Mitgliedstaaten auf, dem Beispiel Schwedens zu folgen und Menschen, die an Elektrohypersensibilität leiden, als körperlich beeinträchtigt zu akzeptieren, um ihnen einen angemessenen Schutz und Chancengleichheit zu bieten. Im Jahr 2012 erkannte ein italienischer Richter Mobiltelefonie erstmals als Krebsursache an.
Vermutet man, elektrosensibel zu sein, empfiehlt sich, Kontakt mit einem seriösen Anbieter für Strahlungsmessungen aufzunehmen. Sollten Sie häufiger Messungen vornehmen wollen, lohnt sich eventuell die Anschaffung eigener Messgeräte. Zusätzlich lässt sich Elektrosmog rasch reduzieren, indem man das Handy ausschaltet und zu einem Festnetz sowie kabelgebundenem Internet wechselt. Generell gilt: strahlende Geräte gehören nicht in Körpernähe!
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Homepage www.telefonie.li.

VGM, Verein für gesundheits-
verträglichen Mobilfunk

«Vergelt’s Gott»

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