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Leserbrief

Kleine Unterschiede

Hans Mächtig ... äh ... Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 15. Januar 2014

Sehr geehrter Herr Manhart. Was mich von Herrn Schädler trennt sind weltanschauliche Dinge.
Herr Schädler ist der Ansicht, dass der Staat Steuern einführen oder erhöhen soll, wenn er klamm ist. Staaten sind in der Regel immer klamm. Liechtenstein war für ein paar Jahre eine (löbliche) Ausnahme. Praktisch sämtliche Staaten weltweit verfuhren in den letzten Jahrzehnten und verfahren auch heute noch nach dem Rezept von Herrn Schädler. Mittlerweile arbeitet ein erheblicher Teil der Menschen dort ca. 7–8 Monate im Jahr, um ihre Abgabenlasten an den Staat erfüllen zu können. Ich bin der Ansicht, dass der Staat dafür sorgen soll, dass die steuerliche Belastung seiner Bürger so tief wie nur irgendwie möglich gehalten wird.
Herr Schädler ist der Ansicht, dass allein die Tatsache, dass jemand etwas hat, was er nicht hat oder, dass jemand mehr von etwas hat als er selbst, ihn dazu berechtigt, Ansprüche an diesen Jemand zu richten, dass dieser Jemand einen Teil seiner Rechnungen zu bezahlen hat. Herr Schädler bemüht in diesem Zusammenhang die Gerechtigkeit. Ich bin der Ansicht, dass das Unrecht ist, dass allein die Tatsache, dass jemand etwas hat, was ich nicht habe, kein Grund für Ansprüche meinerseits sein kann. Thomas Mann hat dazu gemeint «Gerechtigkeit wird überhaupt nicht gefordert, sie wird geübt. Im anderen Fall heisst sie Neid und Begehrlichkeit und ist keine Tugend».
Herr Schädler ist ein Befürworter staatlich erzwungener Umverteilung. Ich bin ein Gegner staatlich erzwungener Umverteilung. Wie hat J. Paul Getty einmal gesagt? «Probleme lassen sich immer am besten mit anderer Leute Geld regeln.» Man lehrt uns die moralische Pflicht zu geben, nicht das Recht, beim Nächsten zuzugreifen.
Herr Schädler ist Sozialdemokrat. Herr Mächtig ist Liberaler. Die gute Nachricht für Herrn Schädler: Es gibt weitaus mehr Sozialdemokraten als Liberale.
Bezüglich der Berechnungen, die Sie angestellt haben: Hätte ich eine Million auf einem Sparkonto, wäre sie dort, weil ich das so entschieden habe. Herr Schädler hat seine Million in ein Mietobjekt investiert, weil er das so entschieden hat. Nach derzeitiger Lage der Dinge ist die Investitionsentscheidung von Herrn Schädler klüger als meine. Es steht mir jederzeit frei, meine Investitionsentscheidung zu überdenken. Das liegt in meiner Kompetenz und Verantwortung. Das ist fair.

Hans Mächtig ... äh ... Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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