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Leserbrief

Gerechtigkeiten

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 11. Januar 2014

In seinem neuesten Leserbrief widmet sich Pepi Schädler wieder – wie könnte es auch anders sein – der Steuergerechtigkeit; spricht von einer fairen und gerechten Besteuerung und sieht darin eine zentrale Aufgabe des Rechtstaates. Leider hält er es nie für nötig, seinen Lesern mitzuteilen, wie denn fair und gerecht zu definieren sind. Was ist denn fair und gerecht eigentlich, Herr Schädler? Bei den von Ihnen geforderten Massnahmen geht es schlussendlich doch immer darum, dass einigen Leuten, in der Regel irgendwelchen, zahlenmässig meist überschaubaren Gruppen, per Gesetz, d. h. unter Androhung von Zwang und Gewalt, legal erworbenes Eigentum weggenommen werden soll, um es anschliessend an andere, die eigentlich keinen Anspruch darauf haben, umzuverteilen? Fairness und Gerechtigkeit haben es in diesem Spannungsfeld grundsätzlich schwer, wage ich zu behaupten. Steuern haben leider höchst selten etwas mit Gerechtigkeit zu tun, ist daher die traurige Botschaft. Ansonsten würden wir die ganze Gesellschaft schon lange nach den gleichen Kriterien organisieren. Beim Einkaufen hätten wir unseren Lohnausweis dabei. Immer und überall! Hans kriegt seine Wurst und sein Brot gratis, Pepi kriegt es beinahe umsonst und Michael und Herbert sollen gefälligst einen Tausender auf den Tresen legen, wenn sie etwas zu beissen wollen. Gerechtigkeit sieht dann doch etwas anders aus, hoffentlich. Unsere vermeintliche Steuergerechtigkeit ist im Prinzip das genaue Gegenteil von Gerechtigkeit. Gerechtigkeit wäre eigentlich die zentrale Aufgabe des Rechtstaates. Aber lassen Sie sich davon bloss nicht beeindrucken, Herr Schädler!

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

Wilderer

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