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Leserbrief

Zielwert auf 80 Prozent senken

Hans Frommelt,Gapont 4, Triesen | 3. Januar 2014

In der DU-Zeitung vergangener Woche mokiert sich Jack Quaderer über den Landtagspräsidenten Albert Frick. Um Albert Frick seine Meinung über ihn zu erklären, stützt sich J. Quaderer auf den Begriff «süss» und macht folglich einen Vergleich mit dem antisemitistischen Film «Jud Süss», welcher während der Nazizeit gedreht wurde. Was J. Quaderer mit dem Begriff «süss» tatsächlich meint, bleibt er wohl schuldig zu erklären.
Die andere Thematik, mit welcher J. Quaderer A. Frick in die Pfanne haut, ist tagesaktuell. So bemerkt Quaderer, dass das 300-Millionen-Loch der staatlichen Pensionskasse mit Geld von Leuten gestopft werden soll, die absolut nichts für dieses Loch können und auch nichts davon haben werden. Weiter meint Quaderer, dass A. Frick anerkennen sollte, dass die Pensionen mit Geld anderer gesichert wird.
Die Antwort auf meine zweite Frage wird Quaderer wohl auch schuldig bleiben: Da frage ich, wer hat die Löhne der Lehrer bezahlt? Wohl auch der Steuerzahler. Dass die Lehrer für die «Geschenke» der Steuerzahler gemäss der PISA-Studie eine tolle Leistung mit den Schülern erbrachten, ist anerkennenswert. Quaderer deklariert da Lehrer, Staatsangestellte, Gemeindeangestellte, etc., auch Angestellte der LKW, welche ihren Sold von den Strombezügern, den Ladenkunden und den Elektrokunden erhalten, zu Bittstellern. Alle diese Soldempfänger können ebenfalls nichts dafür, was da über die Politik bezüglich staatlicher Pensionskasse fehlgeleitet wurde. Übrigens, die Pensionskasse ist ein Lohnbestandteil und folglich steht jeder Arbeitgeber in der Pflicht, auch ein staatlicher Arbeitgeber!
Da kommt nun die dritte Frage an J. Quaderer. Wo ist das 300-Millionen-Loch? Die Pensionskasse weist ein Vermögen von rund 700 Millionen aus; eine stolze Zahl, wenn man diese Zahl mit österreichischen und teilweise mit schweizerischen, staatlichen Pensionskassen vergleicht. Da kann man noch lange nicht von einem 300-Millionen-Loch sprechen. Es geht da schlicht und einfach um eine Deckungslücke, die derzeit nicht geschlossen werden kann.
Als Zielwert wurde ursprünglich ein buchhalterisch festgelegter Wert von 100 Prozent gesetzt und hat nichts mit roten Zahlen oder Löchern in einer Kasse zu tun. Im Vergleich zur Schweizer Gesetzgebung und dem allg. Trend für staatliche Pensionskassen ist es zum heutigen Zeitpunkt überhaupt sehr fraglich, ob man sich weiterhin auf die 100 Prozent fixieren soll. Immerhin wurde im zweiten Regierungsvorschlag dem allgemeinen Trend folgend, der Zielwert für den Deckungsbeitrag von 100 auf 90 Prozent reduziert. In der Schweiz wurde vor rund einem Jahr der Zielwert auf 80 Prozent festgeschrieben. Deshalb geht an dieser Stelle die Frage zur Politik: Warum hat man bei der staatlichen Pensionskasse nicht diese 80 Prozent übernommen? Der ganze Zinnober, von den Kündigungen der Gemeinden bis hin zum derzeitigen Zinnober mit der Initiative hätte vermieden werden können und J. Quaderer hätte ein anderes Thema suchen müssen, um dem Landtagspräsidenten an die Beine zu pinkeln.

Hans Frommelt,
Gapont 4, Triesen

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