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Leserbrief

Der Mensch ist besser, als man denkt

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 28. Dezember 2013

Diesen Zauberspruch des berühmten Speckpaters kennt wohl die ganze ältere Generation. Das ist auch heute nicht anders, nur die Hemmschwelle, davon zu sprechen, ist höher geworden. Staunend las ich in der Schweizer Kirchenzeitung die Festrede des evangelischen Dozenten für Journalismus P. Rothenbühler zum 40. Jahrestag des Rundschreibens Papst Paul VI. Communio et Progressio. Dieser Fachmann behauptet: «Glaubensfragen, Sinn des Lebens und Werte rangieren ganz oben auf der heimlichen Wunschliste der Leser/-innen.» «Heimliche Wunschliste»?
Sehr viele, wenn nicht die meisten Menschen in reichen Ländern, tun viel Gutes – nicht nur an Weihnachten! – aber sie wollen nicht für fromm, gut ... gehalten werden, sondern eher für «fortschrittlich», «in». Ist es nicht ein Widerspruch im innersten Kern? Communio bedeutet Gemeinschaft im Denken, Reden und Tun = Geistes-Verwandtschaft; davon hängt laut Paul VI. der wirkliche Fortschritt – Progressio – der Menschheit ab. Papst Franziskus hat die Herzen fast aller – auch Nicht-Christen – im Sturm erobert, weil er es wagt, strahlend von ihrer «heimlichen Wunschliste» zu sprechen.
Das Sprechen ist die grosse Gemeinschaft bildende Fähigkeit des Menschen, die ihn/sie Gott ähnlich macht. Johannes begann seine Frohbotschaft so: Im Anfang war das Wort ... und Gott war das Wort. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt ... Jesus, das Wort Gottes, hat uns gar nichts Schriftliches hinterlassen, nur sein Wort und sein Beispiel des Lebens von der Krippe bis zum Kreuz! Wagen wir es doch wieder, miteinander zu sprechen über das, was uns zutiefst beschäftigt und uns leben hilft – wie Papst Franziskus in «Evangelii Gaudium» = Freude der Frohbotschaft. Diesen «Fortschritt» wünsche ich uns allen zum neuen Jahr!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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