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Leserbrief

Neuausrichtung oder weiter wie bisher?

DU-Fraktion | 28. Dezember 2013

Gleich mehrere Seiten Berichterstattung war dem «Vaterland» die Telecom Liechtenstein (TLI) wert, in erster Linie wohl, um Regierungschef-Stellvertreter Zwiefelhofer in Szene zu setzen. Dieser scheint das Telecom-Schicksal zur Chefsache erklärt zu haben, obwohl die Verantwortung gemäss Eignerstrategie beim Verwaltungsrat liegt. Das «Vaterland» liess auch noch Exponenten der VU, FBP, FL und die LIHK zu Wort kommen, nicht jedoch die Unabhängigen (DU), die gar nicht erst befragt wurden. Soviel zum «unabhängigen», staatlich geförderten Journalismus in Liechtenstein.
Im Wesentlichen lassen sich die «Neuigkeiten» bezüglich TLI auf folgenden Inhalt reduzieren: Keine Fusion TLI und LKW, bedarfsorientierter Ausbau des Netzes, Konzentration der TLI auf das Kerngeschäft und Suche eines strategischen Partners im Mobilfunkbereich.
Interessanterweise hat jene Option, die gemäss den letzten, 1.8 Mio. Franken teuren Gutachten noch als strategischer Erfolgsfaktor angesehen wurde, nämlich die Kontrolle des Festnetzes durch den Telefonanbieter, plötzlich keine Bedeutung mehr, resp. wird mit EWR-rechtlichen Bedenken abgetan. Fakt ist, dass das Herauslösen des Netzes aus den LKW eine Bewertung des Festnetzes erfordert hätte, wovor sich Chef Zwiefelhofer und die LKW-Führung (noch) drücken. Mit der Konzentration auf einen «bedarfsgerechten Ausbau des Festnetzes» wird praktisch eingestanden, dass die LKW in der Vergangenheit das Festnetz im Land im Stile der Planwirtschaft der früheren UdSSR ausgebaut haben, ohne sich um den Bedarf oder die Kosten zu kümmern. Die «Konzentration der TLI auf das Kerngeschäft» heisst auf gut Deutsch, dass die Investition in die erst 2011 erworbene Firma Deep in Chur (Webseitenentwicklung, Internettelefonie) – zurzeit noch mit mehr als 3 Mio. Franken in den Büchern der TLI (!) – wird abgeschrieben werden müssen. Wie schon bei der Pensionskasse wird wohl niemand dafür verantwortlich sein! Die Suche nach einem strategischen Partner im Mobilfunkbereich ist angesichts der zunehmenden Bedeutung des Mobilfunks sicherlich zukunftsweisend. Leider ist im heimischen Markt nicht einmal die Nummernportabilität (bisherige Telefonnummer kann bei einem Wechsel des Telefonanbieters mitgenommen werden) gegeben, was in diesem Sektor mit der Steinzeit zu vergleichen ist. Ob sich das Vertrauen der liechtensteinischen Handy-Benutzer überhaupt wieder gewinnen lässt, steht auf einem ganz anderen Blatt!
Der zuständige Minister hat bedauerlicherweise keine Antwort auf die Frage geliefert, wieviel die TLI zukünftig für die Netzbenutzung an die LKW zahlen muss. Sind etwa noch Millionen-Abschreiber nötig, damit die LKW der TLI eine marktkonforme Netzmiete anbieten kann? Oder wann werden den Bürgern endlich die gleichen Tarife wie bei der Swisscom offeriert? Die Telecomkunden haben es nämlich satt, die TLI auch zukünftig jährlich mit im Vergleich zur Swisscom höheren Gesprächstarifen von 1.5 Mio. Franken zu subventionieren. Aufgabe des zuständigen Ministers ist es, die Vorgaben zu definieren und transparente Rahmenbedingungen zu schaffen, die Umsetzung ist jedoch Sache des neuen Verwaltungsrates.

DU-Fraktion

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