Leserbrief

Der Preis einer digitalisierten Gesellschaft, Teil 1

Verein für gesundheitsverträglichen Mobilfunk (VGM) | 17. Dezember 2013

In der Vorweihnachtszeit nimmt neben der Hoffnung auf ein besinnliches Fest auch der kommerzielle Konsumdruck zu. Handys, Fernseher, Tablets, Kameras, Laptops, eine neue Software hier, eine neue App da, werden nun zum Schnäppchenpreis auf den Markt geworfen. Aber gerade die Adventszeit bietet Anlass, um endlich anzuhalten und zu fragen: «Wozu?».
Wir leben in einer digitalisierten Welt, in der die Produkte, die gekauft werden, oft mehr zählen als zwischenmenschliche Beziehungen. Eine Welt, in der man sich trifft, um kollektiv am Handy zu kleben und zeitgleich den Onlinestatus zu aktualisieren. Der gesellschaftliche Wandel, den die neuen Technologien gebracht haben, ist unübersehbar. Es gibt eine App für jeden Bereich des Lebens, die aufzeichnet, wann man aufsteht, wohin man geht, was man zum Essen bestellt, wie oft Sport getrieben wird. Es sind die Kinder der digitalen Generation, die ihre Wunschliste ans Christkind nicht mehr malen, sondern als Amazon-Link angeben.
Die Zeit für persönliche Kommunikation ist limitiert, man muss sich eine Woche vorher ausmachen, wann gemeinsam etwas unternommen werden kann. In der Arbeit hingegen, wird erwartet, dass man pausenlos erreichbar ist. Das letzte E-Mail wird um Mitternacht geschrieben, um acht Uhr morgens sollen bereits alle «up to date» sein. Der pausenlose Druck auf Fortschritt, auf unternehmerisches Maximieren, ist gewaltig und wirkt sich negativ auf die individuelle Lebensqualität aus.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Homepage unter www.telefonie.li.

Verein für gesundheitsverträglichen Mobilfunk (VGM)

Skandalös

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