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Leserbrief

Traumdestinationen des Werktätigen

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 17. Dezember 2013

Werter Genosse Lenherr, Sie wagen es auszusprechen. «An die Mär, dass sich der Markt schon selbst reguliert, mag auch in der Schweiz kaum mehr einer glauben», schreiben Sie so treffend in Ihrem Kommentar vom 14. Dezember 2013 in der «Wirtschaft regional». Ist es nicht erstaunlich wie lange es gedauert hat, bis endlich erkannt wird, wie dringend notwendig die regelnde Hand des Staates überall benötigt wird? Obwohl doch zahlreiche Fakten schon lange klar und deutlich auf der Hand liegen! Simples Beispiel Gesundheitswesen, das diese Marktwirtschaftler bisher mit beinahe schon bewundernswerter Zähigkeit gegen jegliche staatliche Einflussnahme und Regulierung verteidigt haben. Was haben wir dort nicht alles erlebt? Eine Kostenexplosion nach der anderen. Oder was haben wir nicht überall für ein stabiles, werthaltiges Geld, seit die Staaten es den gierigen Klauen der Märkte entrissen haben? Wie reibungslos funktionieren endlich Staat und Wirtschaft, seit Geldmenge und Zinssatz in Zusammenarbeit mit Zentralbanken planwirtschaftlich geregelt werden? Marktversagen so weit das Auge reicht. Haben wir nicht erst erlebt, wie sich ein ganzes Volk der Markthölle entzogen hat? Ganz Ostdeutschland hat sich abgespaltet. Das Kollektiv baut dort jetzt eine blühende Gesellschaft von Gleichen auf. Welch eine Aufbruchsstimmung! Nur die Reaktion dieser neoliberalen Märktler ist typisch. Bauen eine Mauer um den Rest ihrer Republik, in panischer Angst, die wenigen verbleibenden Sklaven nicht weiter ungestört ausbeuten zu können. Und wie ist das sozialistische Arbeiterparadies, die Sowjetunion, die ultimative Traumdestination des Werktätigen, wieder aufgeblüht, seit man dort das teuflische Werk des Marktwirtschaftlers Stalin halbwegs hat rückgängig machen können? Wie ist China unter Mao Tse-Tung, einem radikalen Befürworter freier Märkte, jämmerlich verelendet. Achtzig Millionen Menschen sind buchstäblich verreckt. Wie hat sich dort die Situation in den vergangenen Jahren verbessert, nachdem man die Zügel wieder straffer angezogen hat; wieder etwas mehr Staat, etwas mehr Sozialismus, verordnet hat? Ein letzter Blick auf Nordkorea beende unsere kurze Reise. Welch unsägliches Leid bringen die freien Märkte, die freie Gesellschaft, dort über die Bevölkerung? Richtig beobachten Sie auch, dass immer weniger Menschen von ihrer Arbeit leben können. Selbstverständlich liegt das an den kapitalistischen Ausbeutern! Mit Steuern und Abgaben an den Staat in der Höhe von zwei Dritteln des Einkommens hat das keinesfalls etwas zu tun. Ich hoffe nur, dass Sie und Ihre Mitstreiter bei der «Prawda» sich solchen Verleumdungen weiter mutig entgegenstellen. Mit Freude zahlt man dann seine Steuern, wissend, dass der Staat damit die Löhne solch wackerer Kämpfer subventioniert!

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

«Vaduz on Ice»

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