Leserbrief

Quo vadis Liechtenstein?

Wilfried Nägele,Landstrasse 52, Triesenberg | 30. November 2013

Als Kleinstaat (l60 Quadratkilometer) betreibt unser Land eine grosszügige Aussenpolitik. Brauchen wir in Amerika, Brüssel, Strassburg, Berlin etc. kostenintensive Botschaften? Durch den EWR-Beitritt mag es notwendig sein, im EU-Raum aussenpolitische Vertretungen zu haben. Die Schweizer Eidgenossenschaft, mit der wir seit 1924 in einer Zoll- und Währungsunion verbunden sind, und unsere Botschaft in Bern, haben sich für unser Land in vielen Problemsituationen immer positiv bewährt.
Hauptverantwortlich für den Bevölkerungszuwachs sind die Zuwanderer. Zurzeit wohnen im Fürstentum 36 838 Einwohner. Davon sind 24 50l liechtensteinische Staatsbürger. Die Zuwanderung sollte daher gesetzlich auf ein unseren Grössenverhältnissen angepasstes Mass (Ausländeranteil 30 Prozent) reduziert werden. Stabsstellen im Finanzwesen, Industrie, Medien und Presse werden grösstenteils bereits von ausländischen Fachkräften dominiert. Warum fehlt es am liechtensteinischen Nachwuchs mit der notwendigen Ausbildung?
Das Gesundheitswesen führt durch die stetig steigende «Ärztedichte» zu immer höheren Kosten und fast unbezahlbaren Krankenkassenprämien. In Ärztekreisen werden Einkommen von 250 000 Franken als Gotteslohn bezeichnet. Die Bevölkerung fragt sich: «Was für Einkommen gelten für die Ärzte als standesgemäss?» Wenn die Umsätze nun publiziert werden, erfahren wir es evtl. Mit den Vertragsspitälern und unserem Krankenhaus in Vaduz ist das Fürstentum nach wie vor kostengünstig und optimal versorgt.
Seniorinnen und Senioren, die einen grossen Beitrag am Aufbau unseres Staates geleistet haben dürfen nun auch davon profitieren. Renten und Pensionen sind ein erworbenes «Recht», das nicht gekürzt werden darf, weil es auch vor Altersarmut schützt. Parlament und Regierung sind gefordert, die unbefriedigende, finanzielle Lage einer akzeptablen Lösung zuzuführen. Verantwortlichkeiten in der Finanzpolitik, im Staatshaushalt, im Renten- und Pensionswesen sollten zukünftig für alle Betroffenen nachvollziehbar sein.
Werden Beteiligungen an millionenschweren Forschungsprogrammen bei der zurzeit finanziellen Schieflage und der bevorstehenden Teuerungswelle kritisch hinterfragt und der finanziellen Situation angepasst?

Wilfried Nägele,
Landstrasse 52, Triesenberg

«Gewaltige Umverteilung»

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