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Leserbrief

«Streng durchsichtige Geheimnisse» (2)

Víctor Arévalo, Auring 56, Vaduz | 25. November 2013

Dies tut der DU-Abgeordnete so: «Die Ausländerpolitik der Regierung fördert die Zuwanderung von Fachleuten, die es hier nicht gibt, auch wenn ihre Kosten, wie die FMA nachweist, ungemein hoch sein können. Zu den Angelegenheiten, die am meisten Hochtechnik verlangen, gehört in Liechtenstein bekanntlich die Sicherheit der EDV-Anlagen und der Datenübermittlung. Daher wäre es sinnvoll, Snowden einen liechtensteinischen Pass anzubieten, sodass er Liechtenstein von dieser Last befreien kann, auch wenn er weiter aus Sicherheitsgründen anderswo wohnen muss.» Die Brücke sitzt jetzt sinnvoll und fest da, damit die Kernfrage den Fluss überquert.
«Ist es paranoid zu denken, dass man den Lauschangriff auf die Handys der Regierungsmitglieder gar nicht zu fürchten braucht, weil ohnehin alle wesentlichen Informationen durch die Hände nichtliechtensteinischer Staatsangestellter gehen? Bei der FMA sind über 73 Prozent der Beschäftigten Nicht-Liechtensteiner. Noch krasser ist das Beispiel der Abteilung Internationales in der Steuerverwaltung. Dort sind, sage und schreibe, 100 Prozent der Beschäftigten Nicht-Liechtensteiner.»
Wenn diese Zahlen stimmen, gilt der Anspruch, das Thema zu behandeln, als sinnvoll, weil diese Taten gegen die Verfassung, Artikel 107, verstossen, dem Volk schaden und die Souveränität Liechtensteins untergraben. In einem unabhängigen Land dürfen keine Ämter bestehen, die befugt sind, unmittelbar Staatsgewalt auszuüben, wenn sich solche der Kontrolle des Volkes und dessen Organe entziehen können. Was würde man dazu sagen, wenn alle Polizisten Chinesen, Deutsche oder Haitianer wären? Dass dies auch zwar einen Verfassungsbruch bedeute, aber vergleichsweise den Bagatellen angehöre.
Warum beschimpft die VL-Coverstory «Falsch und diffamierend» vom 11. November 2003 schon beim Titel den DU-Abgeordneten so arg? Warum reagiert die Journalistin so heftig darauf, als ob die FMA das Heiligtum ihrer Göttin wäre und Pio Schurti diese geschändet hätte. Gemütszustand im Augenblick, Ideologie, Religion? Dies lässt unvermittelt den Verdacht schöpfen, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.

Víctor Arévalo, Auring 56, Vaduz

«Vaduz on Ice»

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