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Leserbrief

Ein seltsamer letzter Wunsch

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 23. November 2013

Der Herbstmonat November gilt dem Gedenken unserer Toten. Vor Jahren erzählte uns ein Pfarrer in den USA sein unvergessliches Erlebnis mit einer sehr alten Frau. Das konnte ich nicht vergessen: Eines Tages rief sie den Pfarrer, um ihm ihren Beerdigungswunsch anzuvertrauen: «Sorgen Sie bitte dafür», sagte sie, «dass ich im Funeral Home mit einer Essgabel in der Hand am gedeckten Tisch sitze!» (In den USA werden in Funeral Homes die Toten in ihrer Lieblingshaltung aufgebart.) «Mit einer Essgabel?», fragte der Priester verblüfft. «Ja, ich habe mir das gut überlegt. Sie wissen doch, dass wir an hohen Festen nach der Eucharistiefeier immer ein Pfarrei-Essen hatten. Wenn die Frauen die leeren Teller einsammelten und sagten: Behalten Sie, bitte, die Gabel! wussten wir: Es kommt noch ein süsser Nachtisch, den ich besonders liebte.» «Ja, und?», fragte der Pfarrer ratlos. «Es macht nichts, wenn die Menschen, die mich im Funeral Home besuchen, meinen, ich sei eine gefrässige Frau gewesen ... Erklären dürfen Sie es den Trauergästen erst auf dem Friedhof!» «Und was soll ich ihnen sagen?» «Das Beste kommt nach!», schmunzelte die Frau. Sie meinte natürlich das ewige Leben bei Gott.
Und der bereits betagte Priester fügte hinzu: Ich habe nie vorher und nie nachher eine so fröhliche und zugleich besinnliche Beerdigung erlebt, von der die Leute noch nach Jahren erzählten.
Trauer beim Tod eines lieben Menschen ist «erlaubt», aber sie darf gemildert werden von der Hoffnung aufs Wiedersehen im Reich des Königs der Könige, dessen Fest wir morgen feiern.

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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