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Leserbrief

Abtreibung à la FBP – Ethische Debatte nötig

Robin Schädler,Stadel 16c, Balzers | 23. November 2013

Alle zwei Jahre wieder versucht es die FBP mit einer Initiative, laut der Abtreibungen im Ausland straffrei sein sollen. Auf begleitende Massnahmen wird komplett verzichtet. Was will die FBP damit?
Will die Initiative die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche reduzieren? Nein. Johannes Kaiser führte am 4. November 2013 auf 1FLTV aus, dass es «keinen Schwangerschaftsabbruch mehr oder weniger gibt», nur weil das rechtliche Verbot stärker oder schwächer ausgeprägt ist.
Will die Initiative das ungeborene Leben in moralischer Hinsicht schützen? Nein. Christian Batliner führte anlässlich des ersten FBP-Versuches aus, dass eine solche Initiative «voll zulasten des Schutzes des ungeborenen Kindes [geht]. Sämtliche Barrieren fallen, wenn man in den richtigen Staat geht». (Landtagsprotokoll vom 19. Oktober 2011, S. 1598)
Will die Initiative die grosse Stigmatisierung und Tabuisierung des Themas Abtreibung bei uns reduzieren? Nein. Die Initiative stellt eine Einladung dar, im Ausland einen Abbruch zu machen und niemandem darüber zu erzählen.
Will die Initiative Frauen in ihrer Notlage unterstützen? Nein. Diskussionen über Schwangerschaftskonflikte werden durch die Strafbarkeit der ergebnisoffenen Beratung im Inland mundtot gemacht und ins Ausland verlagert. Weiterhin wird es keine inländischen Anlaufstellen geben, da diese illegal operieren müssten.
Was will die FBP denn? Das Thema soll vom Tisch, nichts anderes. So wurde die Arbeit der überparteilichen Arbeitsgruppe gleich doppelt torpediert. Einerseits hat die FBP die Besetzung der Arbeitsgruppe über Monate verzögert. («Vaterland», 18. Oktober 2013, S. 3) Andererseits wird deren Ergebnis nicht abgewartet und eine untaugliche Initiative präsentiert.
Ich bin überzeugt, dass der liechtensteinische Staat solche moralischen Fragestellungen selbst lösen kann und diese nicht, wie von der FBP-Initiative vorgeschlagen, ins Ausland abschieben muss. Um dieses Thema zu vertiefen, braucht man keine halbgare Gesetzesänderung. Man braucht aber eine ethische Debatte.

Robin Schädler,
Stadel 16c, Balzers

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