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Leserbrief

Konkordat und wir – die Kirche?

Franz Näscher, Pfr. i. R.,Kirchagässle 14, Bendern | 23. November 2013

Am morgigen Christkönigssonntag geht das «Jahr des Glaubens» zu Ende. Es sollte uns an die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren erinnern. In meinem Leserbrief «Wir – die Kirche» habe ich kürzlich daran erinnert, dass in der Kirche im Sinn des Konzils auch die Laien mitzureden haben, wie es in den ersten christlichen Jahrhunderten üblich war, als sogar die Bischöfe vom Volk gewählt wurden.
Ich zitiere aus der Konzils-Konstitution über die Kirche «Lumen Gentium» und empfehle die Aussagen des Konzils der Überlegung:
Nr. 9: «Gott hat es gefallen, die Menschen nicht nur einzeln, unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung, zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen soll. (...) Dieses messianische Volk hat zum Haupte Christus (...).»
Nr. 36: «Der Herr will sein Reich auch durch die gläubigen Laien ausbreiten, das Reich der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.»
Nr. 37: «Entsprechend dem Wissen, der Zuständigkeit und hervorragenden Stellung, die die Laien einnehmen, haben sie die Möglichkeit, bisweilen auch die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, zu erklären. (...) Die geweihten Hirten aber sollen die Würde und Verantwortung der Laien anerkennen und fördern. Sie sollen gern deren klugen Rat benutzen, ihnen vertrauensvoll Aufgaben im Dienst der Kirche übertragen und ihnen Freiheit und Raum im Handeln lassen, ihnen auch Mut machen, aus eigener Initiative Werke in Angriff zu nehmen.»
Ich finde es bedenklich, dass im Entwurf des Konkordats von diesen Rechten der Laien in der Kirche nichts zu finden ist – und das ausgerechnet im erwähnten «Jahr des Glaubens», das an das Konzil erinnern wollte.


Franz Näscher, Pfr. i. R.,
Kirchagässle 14, Bendern

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