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Leserbrief

Malbuner Wirtschaft(lichkeit)

Udo Meesters, Hofistr. 42, Triesenberg | 20. November 2013

Neu saniertes Dorfzentrum mit geteerten Parkplätzen, jedoch im Winter bereits alle markiert mit Hinweisschildern – «Reserviert» etc., grosser Busparkplatz mit Parkschildern P1, P2, P3 ..., jedoch mit einem kleinen Parkverbotshinweis versehen beim neuen Heizwerk, in der jetzigen Zwischensaison alle Gastrobetriebe geschlossen. Bei gutem Wetter, wie am letzten Wochenende, kaum noch ein freier Parkplatz. Hunderte von Menschen pilgerten enttäuscht durchs Malbun, da ja alles geschlossen hat. Nur ein Privater hatte Einsehen und kurzfristig ein privates «Malbuner Stüberl» etwas versteckt hinter der Saraiser Talstation mit einem Getränkeangebot eröffnet. Volle Busse der LBA. Busfahrer der LBA stehen fast eine Stunde mutterseelenallein im Malbuner Zentrum. Hoffentlich ausgerüstet mit Jause und einer Thermosflasche mit einem heissen Getränk. Vielleicht hätte man den Malbuner Bus mit Kaffeeautomat und Kühlschrank ausrüsten sollen, wäre ein gutes Zusatzgeschäft garantiert gewesen. Vor vielen Jahren bereits wurden Gastrobetriebe umgebaut zu Apartements. Bestehende Gastrobetriebe denken gar nicht erst über gros-se Erweiterungen nach. Der ein oder andere mittlerweile über Schliessung des Betriebes bzw. diesen in weitere Wohnungen umzubauen. Ein seit vielen, vielen Jahren geplantes Parkhaus am Ortseingang soll nun endlich gebaut werden, wobei aber dessen Parkflächen bereits zum Grossteil vermietet sein sollen.
Im Sommer und Winter befinden sich zum Grossteil Tagestouristen in Malbun. Nun will man ein 220-Betten-Hotel bei der neuen Talstation bauen und stellt sich die Frage der «Wirtschaftlichkeit»?! Wo bleibt die Information der derzeitig tatsächlichen Auslastungszahlen der bestehenden Hotels und Ferienwohnungen? Sowohl im Sommer als auch im Winter. Ein Gastrobetrieb kann sich von nur einer Saison kaum wirtschaftlich erklären. Selbst Familien, welche ja das «Familienfreundliche Malbun» anspricht, denken immer mehr über die Wirtschaftlichkeit eines Urlaubes nach. Wen wollen die ideenreichen Bauherren mit diesem neuen Hotel erreichen? Einheimische, Tagestouristen, Japaner, Amerikaner? Wäre hier wirklich eine vorhersehbare «Wirtschaftlichkeit» gegeben, stelle ich mir die Frage, wieso die Bergbahnen ihre eigens erbaute «Schlucherbar» verpachten. Oder versteht man unter «Wirtschaftlichkeit» reine Pachteinnahmen, solange der Pächter auch seine Pacht bezahlt. Wäre eine «Wirtschaftlichkeit» gegeben, so ständen sicherlich Leute vom Fach, sprich namhafte Hoteliers, schon längst auf dem Plan mit entsprechenden Baugesuchen. Das 220-Betten-Hotel ist eine für mich nicht nachvollziehbare Idee.

Udo Meesters, Hofistr. 42, Triesenberg

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