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Leserbrief

Wird die Überschau- barkeit geopfert?

Franz Marok, Fallsgass 50 Mauren (auch ein Malbuner) | 15. November 2013

In einem Kommentar in der «LieZeit» vom letzten Samstag, den 9. November, hinterfragt Georg Kieber die Sinnhaftigkeit der Entscheidung zum Neubau eines 220 Bettenhotels durch die Bergbahnen Malbun AG. Er befasst sich in erster Linie mit der Frage der Wirtschaftlichkeit und der sich aus diesem Entscheid ergebenden Verantwortung für die öffentliche Hand. Seiner Schlussfolgerung ist nichts hinzuzufügen.
Dass die Bergbahnen Malbun AG sich bemüht, für die bestehenden, offensichtlich betriebswirtschaftlich nicht rentablen Liftanlagen eine höhere Auslastung zu erreichen, ist zu begrüssen und sicher auch notwendig. Notwendig, weil es sich dabei um den Versuch zur Korrektur von in den Vorjahren getroffenen und durchgeführten Investitionsentscheidungen handelt, die den erwarteten wirtschaftlichen Erfolg nicht bringen. Wenn die Bergbahnen Malbun AG überzeugt ist, dass ihr wirtschaftliches Überleben mit einer Investition in ein Hotel gesichert oder mindestens verbessert werden kann, ist dieser Beschluss zu begrüssen.
Zweifel, ob damit nicht ein neues Finanzloch aufgemacht wird, bleiben. Vor allem weil man zusehen konnte, wie in den vergangenen Jahren Hotels aufgegeben wurden. Ob freiwillig oder aus anderen Sachzwängen weiss ich nicht. Tatsache ist auch, dass in den vergangenen Jahren kaum neue Hotelzimmer dazugekommen sind. Es gibt vermutlich Gründe dafür, dass bestehende Hotelbetriebe keine Erweiterungen vornehmen.
Hoffen wir, dass die Rechnung der Bergbahnen Malbun AG diesmal aufgeht. Aber völlig unverständlich ist die Wahl des Standortes. Aus baurechtlichen Gründen hat ein Hotel, auch wenn die öffentliche Hand zufällig die Mehrheitsaktionärin ist, in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen nichts verloren. Es wird spannend sein, zu beobachten, mit was für Begründungen die zuständige Baubehörde im Falle einer Bewilligung argumentiert.
Unabhängig davon aber gehört ein weitgehend mit öffentlichen Mitteln errichtetes 220 Betten Hotel nicht weitab von allem Geschehen. Dieses Hotel, wenn es denn funktioniert, könnte einen überragenden Beitrag zur gewünschten Belebung von Malbun bringen. Sei es im Bereich der Gastronomie, der Geschäfte, des alten oder allenfalls neuen Eisplatzes, allfälliger anderer zukünftiger Einrichtungen im Bereiche der Freizeitgestaltung nicht nur aber vor allem auch für Jugendliche und Kinder, also eben für ein lebendiges Dorf.
Was im Zusammenhang mit Malbun von vielen Gästen und Wohnungsbesitzern immer wieder lobend erwähnt wird, ist die Überschaubarkeit. Warum muss die zerstört werden? Ich bin der Meinung, dass dieser Fehlentscheid die Entwicklung auf Jahre hinaus negativ beeinflussen wird. Wenn kein anderer, den Zielen einer Ortsgestaltung entsprechender Standort zu finden ist,
sollte man das Ganze vergessen.


Franz Marok, Fallsgass 50 Mauren (auch ein Malbuner)

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