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Leserbrief

Sie motivieren wirklich zum Umsteigen

Kurt Amann,Bahnhofsstrasse 31, Feldkirch | 9. November 2013

«Pendler sollen zum Umsteigen motiviert werden» schrieb das «Volksblatt» diese Woche. Täglich pendeln über 7000 Österreicher nach Liechtenstein.
Nun wird also die LIEmobil per Mitte Dezember 2013 die Fahrpläne der Busse ändern. Es stellt sich die Frage, was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben. Was wohl fein für die Schweizer ist, ist für Vorarlberg überhaupt nicht durchdacht. Wer von Feldkirch Bahnhof nach Vaduz Städtle fahren möchte, benötigte dafür bisher mit dem 14er (Vaduz direkt) 30 Minuten. Neu wird der 14er nicht mehr bis Vaduz geführt. Das bedeutet umsteigen in Schaan und eine Fahrtzeit von etwa 45 Minuten – so es denn keine Verspätung gibt, was jedoch leider an der Tagesordnung ist.
Als Alternative bleibt ein 11er, der nicht direkt, sondern über Mauren, Eschen und Bendern fährt und etwa 40 Minuten benötigt – auch hier wieder die üblichen Verspätungen nicht eingerechnet. Wenn man gar nach Triesen muss, ist ein zweimaliges Umsteigen erforderlich.
Wenn man dem gegenüberstellt, dass man für diese Strecke mit dem Privatauto 20 Minuten braucht, wird das Busfahren für Vorarlberger zunehmend uninteressant. Parallel hat die ÖBB einen der Züge zur Hauptverkehrszeit auch noch eingestellt, also ist auch die Bahn keine Alternative.
Ganz grimmig wird es übrigens für Benutzer der ehemaligen 36E von und nach Gisingen. Teilweise wurden die Busse ganz eingestellt und man muss in Bendern umsteigen. Wenn nun jemand von Gisingen nach Triesen möchte, muss er künftig drei Linien benutzen. Ist den Verantwortlichen eigentlich klar, dass die meisten Arbeitgeber wie Banken und Treuhandbüros sowie die Universität in Vaduz sind? Dass es die Hilti-Mitarbeiter nun besser haben werden ist zwar schön, hilft aber allen anderen nicht, die über Schaan hinaus weiterfahren müssen.
«Quantensprung», «grosse Abstimmung aller involvierten Stellen» – das klingt wie Hohn für den täglichen Pendler aus Feldkirch.
Sie haben schon recht: Der neue Fahrplan motiviert zum Umsteigen. Zunächst zum mehrmaligen Umsteigen in verschiedene Linien – und schliesslich zurück zum Auto. Hier wurde offenbar gezielt gegen die 7000 Vorarlberger Pendler geplant. Die Folge: Es wird wieder mehr Autofahrer auf der Strecke geben. und dann wird das grosse Jammern angehen, dass man die Pendler motivieren soll, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Eine Blamage für die Verkehrsplanung und eine Ohrfeige für alle Pendler aus Österreich, die nicht bei der Hilti arbeiten.

Kurt Amann,
Bahnhofsstrasse 31, Feldkirch

«Gigantischer Klotz»

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