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Leserbrief

Verantwortungslos

Jürgen Beck, Schaanerstrasse 41 Vaduz | 21. Oktober 2013

Letzte Woche haben sechs Abgeordnete eine Initiative zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen im Ausland eingereicht. Die «LIEWO» titelt dieses Thema mit: «Das Recht der Praxis anpassen». Handelt es sich nun um ein ehrlich gemeintes Anliegen oder ist es nur Schaumschlägerei? Für den Staat wäre es wohl kein gutes Zeichen, dass Recht das aus welchem Grund auch immer, nicht vollzogen werden kann, einfach zurecht gebogen wird. Oder noch schlimmer, sich scheinheilig zu geben und alles Unangenehme ins Ausland zu verschieben, frei nach dem Motto: «Ich wasche meine Hände in Unschuld». Die Liechtensteinische Verfassung ist das Rückgrat unserer Gesellschaft und regelt unsere Souveränität. Im Artikel 27.ter, Absatz 2) der LV steht: «Die Todesstrafe ist verboten», das heisst nichts anderes als, Du (der Staat) sollst nicht töten. Ob und zu welchem Zeitpunkt es sich bei einem Schwangerschaftsabbruch um töten handelt, diese Diskussion wurde im Ausland eben schon lange geführt. Dort mit dem Resultat einer Fristenlösung. Diese Entscheidung muss unsere Gesellschaft aber selber treffen, da es sich um etwas existenziell Wichtiges handelt. Sind wir zu feige diese Diskussion und die entsprechende Entscheidung zu treffen, hebeln wir unsere Verfassung aus und entziehen uns selbst unsere Existenzberechtigung. Diese Verantwortung können und dürfen wir nicht ins Ausland delegieren. Liebe Volksvertreter, seid mutig und sagt bitte öffentlich, wann nach eurer Meinung Leben beginnt und wann und wo man dieses legal beenden darf. Es ist schlichtweg verantwortungslos, sich dieser Diskussion zu entziehen.


Jürgen Beck, Schaanerstrasse 41 Vaduz

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