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Leserbrief

Quellenbesteuerung von Arbeitnehmer und Rentner

Walter Calörtscher, Speckemahd 33, Mauren | 21. Oktober 2013

Zu diesem Thema schreibt ein angesehener Professor der Universität St. Gallen – Vor der Einfachheit einer jeden Steuer kommt deren Gerechtigkeit. Die Quellenbesteuerung von Arbeitnehmer und Rentner ist für die direkt betroffenen Personen aus dem FL und der CH die unsozialste und ungerechteste Besteuerung. Wenn das wirtschaftliche Zusammenwachsen dieser beiden Länder seit dem Ende des Ersten Weltkrieges bis in die heutige Zeit gewichtet wird, so kommt nur die Domizilbesteuerung für steuerpflichtige Personen beider Länder infrage. Nebst dem Zollvertrag, der als der wichtigste aller Verträge mit dem Fürstentum gilt, bestehen noch 46 nichtzollrechtliche Erlasse und 50 gedruckte Seiten von Staatsverträgen zwischen beiden Länden. Gestützt auf den Zollvertrag fliessen ca. 80 bis 90 Millionen Franken jährlich nach Liechtenstein. Diese Ausschüttung versteht sich nach Abzug des Kostenaufwandes der Oberzolldirektion, den auch Liechtenstein mitfinanziert. Zu vorerwähnten Verträgen sagte Hans Brunhart, damaliger Regierungschef, anlässlich der Jubiläumsfeier 70 Jahre Zollvertrag: Zitat: «Der Zollvertrag hat vorerst ein gemeinsames Zollgebiet und damit einen gemeinsamen Wirtschaftsraum geschaffen. Diese Gemeinsamkeit wurde durch den Vertrag darüber hinaus auch auf die durch die Schweiz geschlossenen Handelsverträge ausgedehnt. Der gemeinsame Wirtschaftsraum Schweiz-Liechtenstein ist ein signifikantes und bedeutsames Element der liechtensteinischen wirtschaftlichen Situation und der liechtensteinischen staatlichen Existenz überhaupt.» Ende Zitat.Gemessen an der aufgezeigten, sehr engen Verflechtung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes beider Länder kommt für eine soziale und wirtschaftlich gerechte Lösung von Arbeitnehmern und niedergelassenen Rentenempfängern beider Länder nur die Domizilbesteuerung in Betracht. Ich bitte alle Politiker und Sachbearbeiter, die sich in diesen Tagen, Wochen und Monaten mit der leidigen Frage der Besteuerung von Lohn- und Rentenempfänger auseinandersetzen, sich auch über die Kostenwahrheit Gedanken zu machen. Es braucht wohl keine grossen Rechenkünste um festzustellen, dass dort, wo der Liechtensteiner oder Schweizer Grenzgänger und Rentner mit seiner Familie wohnt, auch annähernd der gesamte Aufwand an Infrastrukturkosten anfällt. Der Sonderfall Liechtenstein – Schweiz braucht mit der Domizilbesteuerung eine dieser Situation gerecht werdende Lösung!


Walter Calörtscher, Speckemahd 33, Mauren


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