Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Steuerhinterzieher werden geschützt

Pepi Schädler, Gross-Steg 105, Triesenberg | 14. Oktober 2013

Der FBP-Abgeordnete Johannes Kaiser bringt die Diskussion über eine erneute Steueramnestie für Steuerhinterzieher und Steuerbetrüger in Gang. Zur Erinnerung: Die letzte Steueramnestie erfolgte erst 2011 und brachte gemäss Presseberichten Steuereinnahmen von 24 Millionen Franken. Die Amnestierten mussten weder eine Strafe noch einen Zuschlag oder Verzugszinsen bezahlen. Es handelte sich um die wohl grosszügigste Steueramnestie, die man sich weltweit vorstellen kann. In anderen Worten: Der ehrliche Steuerzahler ist (und bleibt) wieder ein Mal der Dumme. Profitiert haben Steuerhinterzieher und wohl auch Steuerbetrüger (Straftäter, welche unter anderem Dokumente gefälscht haben). Eine detaillierte Statistik fehlt natürlich. Interessant wäre ein Bericht der Steuerverwaltung über die Art und Weise, wie die Steuerhinterzieher und Steuerbetrüger vorgegangen sind. Natürlich ohne Nennung von Namen. Der ehrliche Steuerzahler könnte dadurch auch lernen, wie eine lukrative Steuerhinterziehung durchgeführt werden kann. Nicht jeder kann sich einen Steuervermeidungs-, Steuerhinterziehungs- oder Steuerbetrugsexperten leisten.Mich stört, dass vom Volk vor ca. einem halben Jahr gewählte Landtagsabgeordnete sich erneut zu Handlangern der Steuerhinterzieher und Steuerbetrüger machen. Von wem haben diese Politiker erfahren, dass es noch weitere Steuerhinterzieher und Steuerbetrüger gibt? Es besteht Erklärungsbedarf.Die Regierung steht einer erneuten Steueramnestie gemäss Presseberichten natürlich positiv gegenüber. Ich bewerte dies als negativ.Landtagspräsident Frick will das Thema für den Dezember-Landtag auf die Traktandenliste nehmen lassen. Natürlich hat dieses Thema erste Priorität. Für mich allerdings nicht.Es wäre aus meiner Sicht Aufgabe der sogenannten Volksvertreter und der Regierung, vor allem die Interessen der ehrlichen Steuerzahler zu vertreten und dafür zu sorgen, dass das Steuergesetz aus dem Jahre 2010 dergestalt angepasst wird, dass man von einem faireren, gerechteren und verfassungskonformen Steuergesetz sprechen kann. Stichworte: Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit = Allgemeine Einkommenssteuer = Besteuerung der Vermögenserträge aus Geldvermögen und Liegenschaftsvermögen. Das Budgetdefizit wäre im Nu ausgeglichen. Ich warte gespannt der Dinge, die da kommen.

Pepi Schädler, Gross-Steg 105, Triesenberg

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung