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Leserbrief

Seeske nicht kritisiert

Elmar Kindle, FBP-Vizepräsident Oberland | 8. Oktober 2013

Standpunkt?FBP-Präsident Alexander Batliner hat in einem Standpunkt der Samstagausgabe des «Volksblattes» vier Fragen an den Regierungschef-Stellvertreter und drei Fragen an die Freie Liste gerichtet.


Die Reaktion der Freien Lis-te auf diese Fragen von Alexander Batliner zeigt, wie blank die Nerven in der Parteizentrale der Freien Liste liegen müssen. In solchen Situationen, so scheint es, darf nicht einmal mehr kritisch gefragt werden. Welches Bild hier von einem demokratischen Diskurs und einer Kritikfähigkeit gezeichnet wird, ist selbstredend.

Zum Inhalt: Die Telecom Liechtenstein befindet sich in einem schwierigen Marktumfeld. Das Nicht-Eintreten des Landtages bezüglich des Verkaufs an die Swisscom hat diese schwierige Lage im Frühling dieses Jahres auch nicht entschärft. Die Festnetzumsätze sinken, das klassische Telefoniegeschäft ist weiterhin ein Skalengeschäft und die Verunsicherung der Mitarbeiter über die Zukunft des Betriebes ist aufgrund der unklaren Strategie und Zukunft des Unternehmens auch nicht kleiner geworden. In diesem schwierigen Umfeld braucht die Telecom Liechtenstein einen Verwaltungsratspräsidenten, der nicht beim geringsten Lüftchen das Handtuch wirft. Die Telecom braucht eine Führungsfigur, die auch einmal einem Föhn standhalten kann, wenn es denn um die richtige Strategie und deren Umsetzung geht. Auch diese Eigenschaft gehört zum Anforderungsprofil eines Verwaltungsratspräsidenten der Telecom. Nichts anderes hat Alexander Batliner gesagt und mit kritischen Fragen um eine Aufklärung gebeten. Das ist in einer Demokratie nicht nur richtig, sondern notwendig, will man transparente Rekrutierungsprozesse bei staatlichen Unternehmen.

Diese kritischen Fragen von Alexander Batliner waren berechtigt. Tatsache ist schliesslich: Der designierte Verwaltungsratspräsident der Telecom Liechtenstein ist nach nur einem Leserbrief zurückgetreten. Tatsache ist auch, dass der Parteipräsident Uwe Seeske nicht kritisiert hat. Er wollte aufgrund des Rücktrittes von Uwe Seeske jedoch klare Informationen zum Auswahlverfahren. Da die FBP selbst keinen Kandidaten portiert hat, geht in diesem Zusammenhang auch der Vorwurf ins Leere, der FBP-Parteipräsident hätte lieber eine «Person aus den eigenen Reihen» in dieser Funktion gesehen. Der gereizte Ton in der Mitteilung der Freien Liste vom Montag zeigt zudem das Niveau der Auseinandersetzung: Da ist offenbar auch der Griff unter die Gürtellinie gestattet, wenn man damit nur von der ursprünglichen Thematik und der eigenen Verantwortung ablenken kann. Aus einer Unterstellung, Alexander Batliner sei zurückgetreten, weil er die Regierung nicht im Griff habe, macht die Freie Liste ein Zitat. Richtiger wird die Unterstellung dadurch auch nicht. Bleiben Sie fair!

Elmar Kindle, FBP-Vizepräsident Oberland

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