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Leserbrief

FBP wollte einen Experten

Alexander Batliner, FBP-Präsident | 5. Oktober 2013

Standpunkt?FBP-Präsident Alexander Batliner äussert sich zum Rückzug von Uwe Seeske als Kandidat für das Amt des VR-Präsidenten der Telecom Liechtenstein AG.

Kein mediales Gewitter, kein Druck aus der Öffentlichkeit, keine lange öffentlichen Diskussionen, sondern nur ein Leserbrief und eine darauf folgende Berichterstattung im Radio L genügten, damit der designierte Verwaltungsratspräsident der Telecom Liechtenstein AG, Uwe Seeske, auf seine Kandidatur für dieses Amt verzichtete. Dieser Rückzug überrascht umso mehr, als der zuständige Minister in der Person von Vizeregierungschef Thomas Zwiefelhofer gegenüber Radio L sagte, dass er von der Vorgeschichte Seeskes gewusst habe. Wenn bereits ein Leserbrief und ein Medienbericht genügen, um auf eine Kandidatur zu verzichten, dann kommt die Vermutung auf, dass davon ausgegangen wurde, dass die Vorgeschichte von Seeske nicht öffentlich werde. Wie blauäugig muss der Vizeregierungschef sein, wenn er dachte, dass diese Vorgeschichte nicht bekannt werde?

Die Bestellung von Seeske wirft Fragen auf, welche von Vizeregierungschef Thomas Zwiefelhofer als verantwortliches Regierungsmitglied beantwortet werden müssen.1.) Hat er die anderen Regierungsmitglieder über die Vorgeschichte Seeskes bei der Liechtenstein Telenet AG und bei der Telecom Liechtenstein AG transparent in Kenntnis gesetzt?2.) Hat er mit den anderen Mitgliedern der Regierung über diese Vorgeschichte gesprochen und sie bewertet?3.) Weshalb bewertete er diese Kandidatur positiv, obwohl die Vorgeschichte die Telecom FL betrifft, also genau jenes Unternehmen, bei welchem sich Seeske für das Amt des Verwaltungsratspräsidenten bewarb?4.) Glaubte Vizeregierungschef Thomas Zwiefelhofer wirklich, dass Seeske mit dieser Vorgeschichte das notwendige Vertrauen und den notwendigen Respekt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Telecom Liechtenstein AG erhalten würde?

Doch nicht nur das Vorgehen von Vizeregierungschef Thomas Zwiefelhofer hat einen faden Beigeschmack, sondern auch die Rolle der Freien Liste. Sie war es, welche Seeske der Regierung vorschlug. Grundsätzlich fällt auf, dass Uwe Seeske auf seiner Homepage seine Zeit sowohl bei der Telenet als auch bei der Telecom FL weder unter seinen persönlichen Angaben noch unter seinen Referenzen erwähnt. Auch die Angaben über ihn auf der Homepage der Universität Liechtenstein beginnen erst im Jahr 2003, also nach seiner Zeit bei der Telecom FL. Deshalb muss sich auch die Freie Liste Fragen gefallen lassen.1.) Wusste die Freie Liste von dieser Vorgeschichte? 2.) Falls ja: Weshalb hat sie Seeske trotzdem vorgeschlagen? Hat die Freie Liste die Regierung transparent darüber informiert?3.) Falls nein: Weshalb hat die Freie Liste nicht die notwendige Recherche betrieben?

Das Präsidium der FBP wurde von Vizeregierungschef Thomas Zwiefelhofer ebenfalls gebeten, personelle Vorschläge für das Amt des Verwaltungsratspräsidenten der Telecom FL abzugeben. Das Präsidium der FBP hat jedoch beschlossen, darauf zu verzichten. Das FBP-Präsidium war der Ansicht, dass das Amt des VR-Präsidenten der Telecom mit der geeignetsten Person – eventuell sogar aus dem Ausland – besetzt werden sollte und nicht mit parteipolitischen Vorschlägen. Es fällt auf, dass mit der FL und der DU genau jene beiden Parteien einen Präsidentenvorschlag einbrachten, welche im Wahlkampf parteipolitische Besetzungen solcher Ämter noch scharf kritisierten. Diese Person muss jedoch kein Parteibuch, sondern umfangreiche Erfahrungen aus dem Telekommunikationsbereich mitbringen und ein perfektes Leumundszeugnis aufweisen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vollstem Vertrauen in ihren Präsidenten an einem Strang ziehen und dieses Unternehmen fit für die Zukunft machen. Denn wenn das nicht klappt, geht es in letzter Konsequenz auch um ihre Arbeitsplätze. Es geht also um sehr viel. Es ist an der Zeit, dass Vizeregierungschef Thomas Zwiefelhofer dies auch einsieht und danach handelt. Für weitere Spielereien ist keine Zeit mehr.

Alexander Batliner, FBP-Präsident

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