Leserbrief

Voneinander?profitieren statt?gegeneinander?arbeiten

Werner Frick, Tröxlegass 21, Schaan | 4. Oktober 2013

Im «Vaterland» vom 1. Oktober fordert der St.?Galler FDP-Nationalrat Walter Müller aus Azmoos den Verzicht auf eine Grenzgängerbesteuerung, wie sie die Liechtensteiner Regierung anstrebt. Die in diesem Artikel aufgeführten Argumente von Herrn Müller können so nicht stehen gelassen werden. Es handelt sich hier um eine Quellensteuer, die lediglich vier Prozent des Bruttoeinkommens beträgt, was also nur einem geringen Anteil der Steuern entspricht, die in der Schweiz eingezogen werden. Herr Müller hat offenbar vergessen, dass die Infrastruktur in Liechtenstein, die täglich von mehreren Tausend in der Schweiz wohnhaften Arbeitnehmern genutzt wird, bislang für diese Grenzgänger kostenlos war. Dies beinhaltet auch die LBA, die durch Liechtenstein subventioniert wird, sowie möglicherweise sogar den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs (S-Bahn «FL-A-CH»).Es ist nicht die Angelegenheit von Herrn Müller, sich Gedanken um die Steuern, die in Liechtenstein erhoben werden, zu machen. Es war meines Erachtens richtig, als es Liechtenstein finanziell sehr gut gegangen ist, die Quellensteuer nicht einzuziehen, um auch unsere Nachbargemeinden davon profitieren zu lassen. Da aber zahlreiche Einnahmequellen stark zurückgehen, ist es sicher das gute Recht der Liechtensteiner Regierung, diese Gebühr für die zur Verfügung gestellte Infrastruktur zu erheben. Denn auch so profitieren Nachbarn voneinander. Liechtenstein von der Möglichkeit, dass seine Arbeitskräfte auch in der Schweiz wohnen können und die Schweiz davon, dass diese Personen in den betroffenen Gemeinden – selbst wenn die Quellensteuer nach Liechtenstein fliessen sollte – ganz erheblich zum Steuersubstrat beitragen.

Werner Frick, Tröxlegass 21, Schaan

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