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Leserbrief

Zur Auflösung der Stiftung Kunstschule Liechtenstein

Daniela und Michael Wellenzohn, Feldstrasse 75, Triesen | 1. Oktober 2013

Liebe Leserinnen und Leser,es steht ausser Frage, dass wir in Liechtenstein die Staatsausgaben senken und minimal einen ausgeglichenen Staatshaushalt anstreben müssen. Wir möchten nur folgenden Aspekt etwas genauer beleuchten. Was sind unsere Ressourcen in Liechtenstein? Unser wirtschaftlicher Erfolg basiert auf Innovation, Kreativität, dem Streben nach dem Perfekten und ausgeprägtes Unternehmertum, andere Ressourcen haben wir nicht.Diese gesellschaftlichen Voraussetzungen werden gestärkt durch gute Standortfaktoren in Liechtenstein und durch unsere Kultur des Anpackens, des Bewegens, der Zähigkeit und der Disziplin.Diese Rahmenbedingungen werden durch ein gutes Bildungssystem flankiert. Wir gehen noch einen Schritt weiter, wir sollten unser Bildungssystem weiter stärken, wir müssen die Leistungsgesellschaft fördern, gute Resultate feiern und nicht den ausgeglichenen Mittelwert anstreben. Alle diese Faktoren verwässern sich in den letzten Jahren. Die Gesellschaft wandelt sich, unsere Stärken sind nicht mehr so ausgeprägt vorhanden.Wenn wir unseren Lebensstandard einigermassen halten wollen, müssen wir andere Wege einschlagen, wir müssen besser sein als «die Anderen». Es ist erforderlich, dass unser Bildungssystem sich besonders den Aufgaben widmet, die unsere Stärken flankiert. Das bedeutet die Bildung muss generell gestärkt und optimiert werden. Das ist wie in einem Unternehmen, in Krisen muss an den Stellen investiert werden, die das Unternehmen nachhaltig stärkt, das Unternehmen nach vorne bringt und temporär auf Dinge verzichten, die nicht essenziell sind.Im Zuge des Sparpakets III und grundsätzlich geben wir zu bedenken: Ist es der richtige Weg am Bildungssystem zu sparen? Beschneiden wir uns damit nicht selber die Zukunft und die unserer Nachkommen? Im Speziellen möchten wir einen Teilaspekt erwähnen, der komplett aufgegeben werden soll. Wird im Zuge des Sparpakets III die Stiftung Kunstschule Liechtenstein aufgelöst, verlieren wir einen Bildungsast, der den Teilbereich von Grafik/Design/Kunst/kreatives Gestalten regional abdeckt. In dieser Bildungseinrichtung bekommen Jahr für Jahr junge Menschen Orientierung über ihre Kompetenzen und wie sie diese weiter ausbauen können. Die Kunstschule Liechtenstein hat sich in den letzten Jahren über die regionalen Grenzen hinaus ein grosses Ansehen erarbeitet und viele junge Menschen für weitere Bildungsrichtungen vorbereitet. Speziell im Bereich Design/Mediendesign/Grafik sind die regionalen Bildungsmöglichkeiten sehr limitiert, hier fängt die Kunstschule einen Teilbereich auf. Eine Schliessung der Kunstschule Liechtenstein würde eine Lücke im Bildungssystem bedeuten und nachhaltige langjährige Arbeit zerstören. Insofern finden wir diese Sparmassnahme im Zuge von Sparpaket III als nicht zielführend.Wir glauben, dass wir an anderen Stellen noch erhebliches Potenzial haben, unseren Staatsapparat schlanker, effizienter zu machen. Diese Aufgaben sind unpopulär und nicht einfach. Wir wünschen der Regierung und dem Landtag Augenmass, Sachverstand und Ausdauer, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Daniela und Michael Wellenzohn, Feldstrasse 75, Triesen

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