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Leserbrief

Grosse inhaltliche Palette

| 30. September 2013

Komikduo?Am Freitag-abend trat das Duo mit Komiker Simon Enzler und Bassist Daniel Ziegler mit seinem neuen Programm «Vestolis» im Vaduzer Saal auf. Orginelle Unterhaltung war garantiert.

Von Hannes Matt

Es waren zahlreiche Besucher der Einladung der Bretterwelt GmbH gefolgt und der Vaduzer Saal schien prall gefüllt. Das Publikum liess sich durch die derben Spässe und die klanglichen Zwischensequenzen bestens unterhalten. Simon Enzler zeigte sich gewohnt lässig und sorgte nur schon wegen seines eigenwilligen und markanten Appenzeller Dialekts für lautes Gelächter. Zusammen mit Musiker Daniel Ziegler, der auch bei Giacobbo/Müller einen gewissen Kultstatus erreicht hat, unterhielten die beiden das Publikum gekonnt. Das Duo ist auch zusammen auf SRF als «Töfflibuebe» unterwegs, doch auf der Bühne konnte von guter Zusammenarbeit keine Rede sein.

Simon Enzler hatte klar die Führungsrolle intus und liess es sich natürlich nicht nehmen, seinen Mitstreiter auf jede erdenkliche Art zu demütigen. Man musste einfach Mitleid mit dem Solobassisten und «Expertensprecher zwischen den vielen Beiträgen» haben. Es gab jedoch absolut keinen Grund, den armen Gitarristen dermassen fertigzumachen, dass dieser die meiste Zeit mit traurigem Gesicht auf seinem Platz sass und Enzlers wüstem Treiben mit witzigen Gesichtsausdrücken kommentierte. Denn er spielte sehr virtuos und wusste das Publikum mit umgeschrieben Ohrwürmern auch bestens zu unterhalten. Vor Enzler war übrigens niemand sicher. Neben Ton- und Lichttechniker legte er sich auch besonders gern mit dem Publikum an und forderte dieses auch häufiger mit markanten Sprüchen heraus. Der Komiker schlüpfte dabei in verschiedene Rollen, wie etwa in einen kriminellen Firmenchef oder den typischen «Bünzli-Schweizer», und liess kein Klischee unangetastet. Er räumte auch nicht mit ihnen auf, sondern verstärkte sie noch zusätzlich, auf seine Art. Mit appenzellerischen Fluchwörtern und exzellent übertriebenen Emotionen und Gesichtsmimiken sorgte er dabei für viele prompte Lachtiraden im Publikum.

Als Stoff hatte sich Enzler zahlreiche, meist hochaktuelle Themen ausgewählt. Es standen mitunter die Umwelt, der Klimaschutz, die Kirche mitsamt ihren Heiligen, die Medien und andere Katastrophen sowie am Schluss noch der Tod im Zentrum seiner Ausführungen. Er äusserte sich aber auch zum Thema Leserbriefe: «Schlimmer als Leserbriefe sind nur Parkbussen zu lesen.» Der Komiker fiel dabei weniger durch originelle Pointen, sondern vielmehr durch seine derben und eindrucksvollen Sprüche auf. Der Stil kam jedoch beim mehrheitlich schweizerischen Publikum sehr gut an und manch einer konnte sich vor lauter Lachen kaum auf dem Stuhl halten. Eindrücklich war auch der kreative Einsatz der Musikinstrumente, vom Spray bis zur gefüllten Glasflasche, mit welchen Enzler und Ziegler die Beiträge umrahmten. Das Fazit: Das neue Programm «Vestolis» ist gelungene Unterhaltung, nicht auf hohem Niveau, aber mit Wortwitz, Ironie und mit einer gros-sen Anzahl an Flüchen gespickt. Dem Pulikum hat es gefallen.

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