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Leserbrief

Triesner Gemeinderat auf Abwegen

Freie Liste, Dorfgruppe Triesen | 28. September 2013

In den letzten Wochen gab es verschiedene Leserbriefe, welche sich zu Recht sehr kritisch gegenüber dem vom Gemeinderat am 20. August mit nur zwei Gegenstimmen (1 FBP, 1 FL) verabschiedeten Gestaltungsplan «Dienstleistungszentrum Sonne» äusserten. Wie in den Medien berichtet wurde, ist inzwischen von drei Anstössern eine Einsprache gegen diesen Gestaltungsplan eingereicht worden. Der Gemeinderat hat nun die Möglichkeit, seinen problematischen Entscheid rückgängig zu machen.Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Gemeinde hat noch im Jahre 2010 den Projektwettbewerb «Dorfmitte Triesen» gestartet. Das Siegerprojekt der Architekten «Mayer + Hüssy» aus Triesen sah für das Gebiet rund um den «Sunna-Kreisel» neben dem Erhalt des Gasthauses «Sonne» den Neubau von mittel-grossen Gebäuden vor, die in das bisherige Dorfbild passen. Diese von den Experten einstimmig für überzeugend erachtete (und mit über 100?000 Franken finanzierte) Zentrumsplanung soll nun, nur drei Jahre später, wieder über den Haufen geworfen werden, um das Restaurant Sonne sang- und klanglos abzureissen und einen gigantischen Bauklotz von einem Migros-Einkaufszentrum mit Maximalmassen von 95 m Länge, 60 m Breite und 12,5 m Höhe zu realisieren. Unter anderem soll es ein Restaurant mit 180 Plätzen sowie 190 Parkplätze geben. Der Gemeinderat hat inzwischen offenbar auch schon den Abbruch des Restaurants Sonne bewilligt.Doch wollen wir wirklich, dass unser Dorfzentrum von einem derart massigen Einkaufszentrum dominiert wird? Wollen wir noch weit mehr Verkehr rund um den Sunna-Kreisel, als wir ihn heute schon haben? Offenbar empfahlen sowohl die Ortsplanungskommission als auch die Gestaltungskommission des Landes, im Sinne der bisherigen Zentrumsplanung mehrere kleinere Baukörper anstatt dieses ?grössenunverträglichen Monstrums zu realisieren. Auch wenn es sich hier um ein privates Objekt handelt, geht es dabei doch um nichts weniger als um eine entscheidende Weichenstellung dafür, wie unser Dorfzentrum auf Jahrzehnte hinaus gestaltet werden soll. Es ist deshalb bedenklich, dass es die Gemeinde unterlassen hat, die Öffentlichkeit (und offenbar selbst den Gemeinderat!) vorgängig breit über dieses Projekt zu informieren – bedenklich, aber nicht überraschend, denn offensichtlich hatte man Angst vor den zu erwartenden negativen Reaktionen, welche schon früher in Leserbriefen und Zeitungsartikeln zum Ausdruck gekommen waren. Vorsteher und Gemeinderat müssen sich aber bewusst sein, dass wohl eine klare Mehrheit der Bevölkerung gegen dieses Projekt wären, wenn man sie denn gefragt hätte.Wie gesagt, der Gemeinderat hat jetzt die Möglichkeit, noch einmal in sich zu gehen und seinen Fehlentscheid zu korrigieren. Als Einstimmung hierzu mögen sich Vorsteher und Gemeinderat im Volk etwas umhören. Und falls sie Volkes Stimme nicht hören wollen, sei ihnen in Erinnerung gerufen, dass ja auch in nicht allzu ferner Zukunft wieder gewählt wird ...

Freie Liste, Dorfgruppe Triesen


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