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Leserbrief

Beim Essen weit?vom «Lustprinzip» entfernt

Engelbert Schurte,Sägastrasse 27, Triesen | 19. September 2013

Das Alters- und Pflegeheim St. Mamertus an der Landstrasse in Triesen ist Mitte Januar 2013 der Öffentlichkeit übergeben worden. Besucher, der dort bereits Wohnenden haben einmütig festgestellt, dass dieses Heim ein wirkliches Zuhause für Schwer- und Schwerstbehinderte ist, aber auch für noch mobile, aber pflegebedürftige alte Menschen ein Heim für die verbliebene Lebenszeit sein könnte, wenn nur die Schwellenangst vor dem «Heim» nicht wäre. Nach den Ideen des Bauherren und der Architekten ist hier ein Haus entstanden, das mit seinen vielen Räumen, den blumenreichen Garten für alte Menschen ein Ort geschaffen wurde, in der wohnlichen Atmosphäre, Wärme und Geborgenheit selbstverständlich sind. Das Pflegepersonal setzt sich zusammen aus diplomierten Fachkräften mit der für diese Arbeit nötigen Charakterstärke. Die sich mit sehr viel Liebe und zuvorkommend die alten Leute und Pflegebedürftigen pflegen und bedienen. Ein grosses Kompliment an Heimleitung und das liebe Personal!Leider habe ich noch einige Mängel festgestellt. Essen auf Rädern aus der Grossküche, Schaan. Diese Feststellung habe ich persönlich im Spital Vaduz und mit Gesprächen mit Heimbewohner im LAK Triesen und Vaduz gemacht. Es fehlt etwas an dieser allgemeinen Vollkommenheit. Im Alter oder bei Krankheit sowie Spitalaufenthalt muss sich der Mensch von vielen Dingen verabschieden. Die Kräfte, die Gesundheit lassen nach. Was bleibt, ist die Freude am Essen. Die täglichen Mahlzeiten in Gemeinschaft oder allein im Zimmer gehören zu den Höhepunkten eines Tages. Alles das kann bei der jetzt herrschenden Organisation kaum erfüllt werden. Wenn zweimal in der Woche im Grossbetrieb Gemüse, Fleisch und Beilagen vorgekocht und anschliessend schockgefrostet werden, danach mahlzeitenweise an Heime, das Landesspital und zum «Essen auf Rädern» geliefert werden. Vielleicht noch ein wenig frisiert, ist kaum noch der ursprüngliche Geschmack des Fleisches, der Gemüse und Salate zu schmecken. Gewiss, es gibt manche Mahlzeiten, die traditionsbedingt alten Menschen bekannt und lieb geworden sind, doch vom «Lustprinzip» beim Essen kann wohl nicht die Rede sein.Ist es da ein Wunder, dass viel Essen in den Abfall wandert? Dass einige Bewohnerinnen nur noch Suppe und Salat essen! Die Alternative wäre zum Beispiel im Haus St. Mamertus in der gut eingerichteten Küche alle Mahlzeiten frisch herzustellen! Da auch ein Koch angestellt ist oder wie im LAK Balzers in ihrer eigenen Küche gekocht wird oder wie im LAK Triesenberg, wo das Kochen, die Restaurants abwechslungsweise übernehmen und ins LAK Triesenberg liefern. Die Idee der Grundherstellung der Mahlzeiten in der Grossküche in Schaan ist vor einiger Zeit von kompetenten Leuten begrüsst worden und alle notwendigen Geräte haben sicherlich viel Geld gekostet. Aber sind es die Alten, Kranken und Hilfsbedürftigen denn nicht Wert, Speisen (Gemüse und Fleisch) in Frische zu verzehren? Es sollte sich jeder Mensch (Leser) auch bewusst sein, dass auch er krank oder hilfsbedürftig alt werden kann, sich diese Einrichtung in Anspruch nehmen muss und für ihn nur noch Freude an gutem Essen und Trinken bleibt.Ich bitte alle Leser, sich Gedanken zu machen.


Engelbert Schurte,Sägastrasse 27, Triesen

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