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Leserbrief

Pepi und wie man sein Leben finanziert

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 12. September 2013

Im neuesten Teil seiner Weckruf-Fortsetzungsgeschichte, diesmal mit dem Untertitel «Schlachtung heiliger Kühe (Sparpaket 3)», stellt Pepi Schädler u.a. fest: «(...) Die Steuerbehörden können bei vielen Steuerpflichtigen (Tendenz steigend) aufgrund der Steuererklärung nicht nachvollziehen, wie der/die einkommenssteuerbefreite Steuerpflichtige sein/ihr Leben finanziert (...).» Ganz im Sinne aufbauender Kritik liefert er konkrete Verbesserungsvorschläge und weiss auch schon, wer die daraus resultierenden Kontrollmassnahmen übernehmen soll, damit der Tiger dann auch Zähne hat.Tatsache ist, dass der Steuerpflichtige, sei er nun «einkommenssteuerbefreit» oder nicht, in seiner Steuererklärung grobgeschätzt zwischen 120 und 140 Fragen beantwortet. Mindestens! Und da will mir Herr Schädler einreden, dass es den gut ausgebildeten, erfahrenen Mitarbeitern unserer Steuerbehörden in Land und Gemeinden nicht möglich sein soll, zu beurteilen, wie ich mein Leben finanziere? Zumal noch in unseren dörflichen Verhältnissen? Das glaubt er ja selber nicht!Tatsache ist weiter, dass die Steuerbehörde ausserdem die Möglichkeit hat, jederzeit gezielt bei der oder dem Steuerpflichtigen nachzufragen, wenn zusätzlicher Informationsbedarf besteht.Nein, Herr Schädler, wir brauchen keine bundesrepublikanischen Verhältnisse in unserem Steuersystem. Weder bezüglich der Komplexität und schon gar nicht bezüglich der Höhe der Steuerbelastung.Bezüglich der geforderten Besteuerung von Miet- und Pachterträgen, dem eigentlichen Steckenpferd von Pepi Schädler, gilt es, sich einfach vor Augen zu halten, dass diese Steuern für die Vermieter und Verpächter schlussendlich nichts anderes als Kosten wären. Diese Kosten werden sie auf ihre Mieter und Pächter überwälzen. Früher oder später; in der einen oder anderen Form; wahrscheinlich eher gleich als sofort. Solange eine grosse Nachfrage nach Miet- und Pachtobjekten da ist, werden sie hohe Einkommen erzielen. Wenn wenig Nachfrage nach Miet- und Pachtobjekten da ist, werden ihre Einkommen sinken; allenfalls werden sie sogar Verluste in Kauf nehmen müssen. Verluste in Kauf nehmen werden sie und viele andere auch müssen, wenn Pepi Schädler und seine Spiessgenossen ihre Steuervisionen umgesetzt haben. Liechtenstein wird dann eine Steuerwüste sein wie der weite Rest von Europa. Nicht unbedingt ein interessanter Standort. Dann wird wieder Geld in der Kasse fehlen. Noch mehr als heute!

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan



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