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Leserbrief

Ferdinand?«Ferde» Gstöhl †

| 11. September 2013

«Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, wie meine geliebten Bienen und Vögel, als flöge sie nach Haus.»
Nach einem reich erfüllten, naturverbundenen Leben gab unser geschätzter Mitbürger «Ferde» Gstöhl am 25. Juli seine Seele dem Schöpfer zurück. Mit bewundernswerter Kraft, Zuversicht und Bescheidenheit kämpfte er bis zuletzt gegen seine schwere Krankheit an. Seine Geschwister mit Familien, Freunde und Verwandte trauern um ihren liebenswürdigen, mit sich und der Welt zufriedenen «Ferde», sind dankbar für all die gemeinsamen Jahre und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Im feierlichen Trauergottesdienst gab seine Nichte Veronika einen kurzen Einblick in Ferdis Leben, gesanglich umrahmte Karl Schwendener die heilige Messe. Als erstes Kind der Eheleute Georg und Franziska Gstöhl erblickte «Ferde» im Haus seiner Grosseltern im heutigen Rietleweg 8, am 24. Mai 1928, das Licht der Welt. Nach der Geburt seines zwei Jahre jüngeren Bruders Werner bauten die Eltern in der Taleze ein neues Zuhause. Dort kamen die Geschwister Alice, Toni und Anni dazu, mit ihnen erlebte er eine schöne Kindheit, mit einer strengen Erziehung. Schon in der Volksschule fiel sein Talent für Tierzeichnungen und Landschaftsmalerei auf. Sein Berufswunsch war Tierpräparator, was aber mangels einer Lehrstelle nicht möglich war. Ferde musste in der häuslichen Landwirtschaft tatkräftig anpacken, was in ihm die Freude zur Natur weckte. Er war ein bekannter Imker, der seine bis zu 30 Bienenstöcke in der Taleze und in der Alp Valüna mit viel Liebe pflegte. «Ferde» arbeitete auf dem Bau, bis er eine Stelle bei der Balzers AG bekam. Dort arbeitete er 30 Jahre zuverlässig bis zu seiner Pensionierung. Ein herber Verlust war für ihn der Tod seiner Eltern. Fortan lebte er allein in seinem Elternhaus, seine Geschwister schauten regelmässig bei ihm vorbei, und seine beiden Schwestern unterstützten ihn bei der Hausarbeit, wofür er sehr dankbar war. Ein eindrückliches Erlebnis war für ihn eine Reise nach Amerika mit seiner Gotta Reginele und Ferdi Foser, auf Einladung des Cousins Werner Büchel. «Ferde» hatte grosses Interesse an den Indianern und brachte auch eine original Bekleidung samt Federschmuck mit nach Hause. Die zahlreichen Eindrücke dieser Reise haben ihn bis ins hohe Alter begleitet und er erzählte gerne mit Begeisterung darüber. Seine Gotta Reginele, die er sehr schätzte, besuchte er neun Jahre lang bis zu ihrem Tod jeden Sonntag im Altersheim in Triesen. Ein Schlaganfall im Dezember 2012 zwang ihn, sein geliebtes Zuhause in der Taleze und sein selbstbestimmtes Leben aufzugeben, was ihm nicht leicht fiel. Mit grosser Dankbarkeit nahm er die Pflege im Alters- und Pflegeheim Schlossgarten an und freute sich über die vielen Besucher. Langweilig war es nie bei Ferde, er wusste immer viel zu erzählen und es wurde viel gelacht dabei. In kurzer Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Am frühen Morgen des 25. Juli ging ein bescheidener, arbeitsamer und geschätzter Mensch von uns. Seinen Angehörigen sprechen wir unser herzliches Beileid aus, «Ferde» Gstöhl ruhe im ewigen Frieden.

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