Volksblatt Werbung
Leserbrief

Korruption?in Liechtenstein?

Herbert Lageder,Steineststrasse 48, Triesenberg | 10. September 2013

Anlässlich der letzten Landtagssitzung hat der DU-Abgeordnete Erich Hasler bei der Diskussion um die transparente Parteienfinanzierung ausgeführt, dass es in Liechtenstein keine Korruption gibt! Im Lichte dieser Aussage soll das Getöse, welches von Jürgen Beck bei seinem Parteiübertritt im Juni 2013 von der VU zur DU selbst inszeniert wurde, nochmals beleuchtet werden.In den beiden Landeszeitungen hat JB unter anderem die folgenden Aussagen veröffentlicht: «Günstlings- und Selbstbedienungsmentalität»; «Seilschaften und Günstlingspolitik»; «Menschen, welche politische Systeme und Parteien für ihre Zwecke missbrauchen. Diese Art von Günstlings- und Selbstbedienungsmentalität hat sich auch bei uns breitgemacht.»; «Beck betont, dass sich seine Kritik nur auf einzelne Politiker beziehe»; «einzelne wenige, die persönliche Vorteile vor das Allgemeinwohl stellen. Es ist auch nicht so, dass das nur die VU betrifft, ganz im Gegenteil.» Mit diesen Aussagen bezichtigt er Parteien und einzelne Personen eindeutig der Korruption. Folgende Fragen an JB: Wer hat sich wo unrechtmässig bedient? Wer hat wo Missbrauch betrieben? Welche Politiker haben sich unrechtmässig bedient und haben das System missbraucht?In einem Tribünenbeitrag im «Vaterland» hat Martin Gassner (VU-Ortgruppenobmann von Vaduz) die folgenden zwei Fragen gestellt: «In welche Kategorie von JB gehöre ich [Martin Gassner] dabei als VU-Vertreter – Günstling, Selbstbedienung, Seilschaft?»; «und in welche Kategorie gehört er [JB]?» Beide Fragen wurden von JB bis heute nicht beantwortet. Im Weiteren hat Martin Gassner die Anmerkung «wohl dem, der nur in Liechtenstein Geschäfte machen muss» gemacht. Was hat er mit dieser Aussage gemeint?JB hat bis anhin keine präzisen Aussagen oder gar Dokumente vorgelegt, welche seine Behauptungen untermauern würden.Man stelle sich vor, ein ehemaliger Politiker einer Regierungspartei eines Landes wie z. B. Deutschland hätte kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament solche Aussagen gemacht. Es hätte ein riesiges Gewitter in den Medien ausgelöst. Die betroffenen Parteien und die vermeintlich angesprochen Politiker hätten ihre Unschuld beteuert. Die Opposition hätte einen Untersuchungsausschuss eingefordert. Kurzum, schonungslose Aufdeckung wäre gefordert worden!Was ist zwischenzeitlich in Liechtenstein diesbezüglich passiert? Nichts!Die ureigenste Aufgabe der (unabhängigen?) Medien («Vaterland», «Volksblatt», 1FLTV, Radio L, ...) wäre es gewesen, diesen Vorwürfen nachzugehen. Das 1FLTV bot JB lediglich die Bühne, seine Beweggründe nochmals darzulegen. Dabei sprach er nebulös über «Strukturen», die ihm nicht mehr gepasst hätten.Gibt es in Liechtenstein keine staatliche Stelle (z. B. Staatsanwaltschaft), welche von sich aus tätig werden müsste, um diese Korruptionsvorwürfe abzuklären?


Herbert Lageder,Steineststrasse 48, Triesenberg

Anonyme Briefe

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung