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Leserbrief

Kirchenfinanzierung mit Vorteilen für Staat und Kirchen

Patrick Sele,St.?Markusgasse 13, Vaduz | 13. August 2013

Das im Dezember 2012 vom Landtag beschlossene Religionsgemeinschaftsgesetz sieht vor, dass Land und Gemeinden die staatlich anerkannten Kirchen 2014–2016 jährlich mit 3,6 Millionen Franken finanzieren. Wenn dann wie vorgesehen 2017 die Kirchenfinanzierung gemäss dem Mandatssteuermodell einsetzen wird, wird sich der entsprechende Betrag reduzieren, wohl aber immer noch rund 3 Millionen Franken betragen. Zum Betrag für die Kirchenfinanzierung im engeren Sinn kommen rund 1 Million Franken für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen dazu.Liechtenstein ist mit dieser Regelung das einzige Land im deutschsprachigen Raum und eines der wenigen Länder überhaupt mit einer für den Staat nicht kostenneutralen Kirchenfinanzierung.Doch auch für die Kirchen bringt diese Kirchenfinanzierung Nachteile. Wenn man von der aus meiner Sicht realistischen Annahme ausgeht, dass etwa drei Viertel aller Katholiken ihre Kirche mittels Mandatssteuer unterstützen würden, bedeutet dies, dass der katholischen Kirche nur noch etwa die Hälfte ihrer heutigen finanziellen Ausstattung zur Verfügung stehen würde. Die jetzige Infrastruktur liesse sich damit wohl kaum aufrechterhalten, und es würden wohl einige Pfarreien aufgelöst werden müssen.Als Finanzierungsmodell, das für Land und Gemeinden erhebliche Einsparungen mit sich bringt und den Kirchen eine ausreichende finanzielle Ausstattung gewährleistet, schlage ich einen freiwilligen einkommensabhängigen Kirchenbeitrag vor. Für dessen Einhebung könnte den Steuerpflichtigen zusammen mit den Steuerunterlagen ein Formular zugesandt werden, auf dem diese, falls sie eine staatlich anerkannte Kirche unterstützen möchten, den Namen der betreffenden Kirche, die Höhe ihres Jahresbruttoeinkommens sowie die für die Geldüberweisung benötigte Kontonummer angeben.Bei der ersten solchen Einhebung würde dann 1 Prozent des Jahresbruttoeinkommens der betreffenden Kirche überwiesen. Damit würde sehr wahrscheinlich viel mehr Geld zusammenkommen als die Kirchen benötigen. Aus dem Betrag des resultierenden Überschusses könnte dann der für die jeweilige Kirche angemessene Anteil berechnet werden. Im darauffolgenden Jahr würden dann die entsprechenden Anteile für die einzelnen Kirchen angepasst.Mit den Kirchenbeiträgen wäre meines Erachtens auch der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu finanzieren. Dass dies keine abwegige Idee ist, zeigen die Niederlande, wo die Regierung im Rahmen von Sparbemühungen dieses Jahr beschlossen hat, dass der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen nicht mehr vom Staat, sondern von den Kirchen finanziert werden soll.

Patrick Sele,St.?Markusgasse 13, Vaduz

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