Leserbrief

Kein Verständnis?für Journalisten

Gottlieb Sele, Hegastrasse 69, Triesenberg | 8. August 2013

Zwei Mädchen schlendern unbeschwert die Strasse entlang. Plötzlich werden sie von zwei Schäferhunden angegriffen. Das Mädchen, das seinem natürlichen Fluchtreflex folgt, wird von einem der Hunde festgehalten, vom anderen attackiert und wiederholt gebissen. Der Ruf des Hundebesitzers hält die Hunde nicht ab, erneut zuzubeis-sen. Zurück bleiben tiefe Fleischwunden. Überdies, und diese Heilung wird weit länger dauern, seelische Schmerzen, Angst. Dieses Szenario ereignete sich Mitte Juli in Triesenberg. Gut drei Wochen später greift das «Vaterland» das Ereignis auf. Beim Lesen des besagten Artikels stieg in mir aber Wut auf. Wie kann ein Journalist nach einem solchen Vorfall davon sprechen, dass Hunde seltener beis-sen? Wie kann er dafür plädieren, dass mehr Verständnis für Hund und Mensch notwendig seien? Zudem suggeriert der Zwischentitel «Selber schuld?» ein völlig falsches Bild, das sich gegen das Mädchen richtet. Sogar vor einem «Alles halb so schlimm» schreckt der Journalist nicht zurück. Über die Verletzungen des Mädchens aber verliert er im Artikel kein Wort. Tatsache ist und bleibt, dass viele Menschen stets Angst haben vor Hundebegegnungen. Hundebesitzer trösten damit, dass ihr Hund natürlich nichts Böses im Sinn habe. Angriffe von Hunden werden, wie im besagten Artikel auf ein unerträgliches Mass heruntergespielt. Notabene wurde einer der beiden angreifenden Hunde eingeschläfert. Der andere läuft frei rum. Das Mädchen, meine Nichte, traut sich kaum mehr vor die Tür. Sollte das zuständige Amt hier nicht den ganzen Job erledigen und nicht nur den halben? Oder wollen wir zuwarten, bis dieser Hund das nächste Opfer findet?


Gottlieb Sele, Hegastrasse 69, Triesenberg

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