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Leserbrief

Fass ohne Boden

Felix Hasler,Reberastrasse 33, Schaan | 7. August 2013

Infolge der Sparmassnahmen der Regierung Hasler soll nun die Finanzierung von Radio L nicht mehr durch Steuergelder erfolgen, sondern direkt durch Gebühren, die jeder Haushalt im Land entrichten muss. Abgesehen davon, dass faktisch nirgendwo gespart wird, da die Kosten ganz einfach nur auf den Bürger abgewälzt werden, stellt sich mir die Frage, mit welcher Berechtigung man vom Volk verlangen kann, einen Sender zu finanzieren, der es niemals schaffen wird, auch nur annährend wirtschaftlich zu sein: Radio L wurde bis anhin mit 1,5 Millionen Franken jährlich unterstützt, das entspricht rund der Hälfte der Einnahmen. Radio L finanziert sich also nur zu knapp 50 Prozent selbst. Nachtragskredite im Umfang von 778 000 Franken seit 2008 sind dabei nicht einmal eingerechnet.Auszüge aus dem Radio-L-Jahresbericht von 2012 zeigen deutlich auf, dass in Zukunft sogar noch höhere Kosten auf das Radio zukommen werden: «Hohe Investitionen stehen (...) im Bereich der technischen Weiterentwicklungen an», welche wohlgemerkt nicht durch Radio L finanziert werden können, was die Nachtragskredite der vergangenen Jahre beweisen.» (Anmerkung: Umstellung auf DAB+Technologie)In diesen finanziell schwierigen Zeiten muss die Frage gestellt werden, ob der Bürger den «Staatssender» Radio L aus eigener Tasche durch Gebühren am Leben erhalten will. Radio L wird ein Fass ohne Boden bleiben: Das ist eine Tatsache, wie Zitate aus einer Landtagssitzung von 2010 zeigen. «Es stehen noch mehr finanzielle Hürden an, die wir hier zu tätigen haben, wenn wir für Radio L einstehen wollen.» (Elmar Kindle, FBP) «(...) Und es wurde immer wieder aufgezeigt, dass, wenn es zu technologischen Veränderungen kommt oder wenn grössere Investitionen in Sendestudios oder in technische Anlagen notwendig sind, dann Zusatzkredite notwendig sein werden.» (Regierungsrat Martin Meyer) «Schlussendlich haben wir einmal A gesagt und jetzt werden wir vermutlich B sagen müssen.» (Jürgen Beck, VU). Es ist an der Zeit, nicht B zu sagen, sondern Nein: Nein zu Gebühren, mit denen ein unnötiger «Staatssender «künstlich durch die Allgemeinheit am Leben erhalten werden soll. Das Sparen muss da beginnen, wo es am wenigsten wehtut – und auf dieser Liste ist das «Staatsradio» weit vorn.

Felix Hasler,Reberastrasse 33, Schaan

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